Lagergemeinschaft Auschwitz- Freundeskreis der Auschwitzer 3
bei Oswald Pohl, dem Chef des S8— Wirtschaftsverwaltungshauptamts,
Informationen angefordert, welche Maßnahmen zur Sicherung des aus- gedehnten Lagerkomplexes für den Fall eines Aufstandes vorgesehen seien. In einem Kassiber der Wider- standsorganisation im Konzentrati- onslager Auschwitz vom 21. August 1944 an ihre Verbindung zur Füh- rung der Armia Krajowa(AkK) wird erichtet, es bestünde die Möglich- keit, die Krematorien und Gaskam- mern in die Luft zu sprengen, wenn ihr Sprengstoff ins Lager ge- schmuggelt würde. In vielen Kassi- bern bittet die Widerstandsorgani- sation der Häftlinge darum, ihr Plastelin“(damit war Sprengstoff angesprochen) zu schicken, ja sogar einen Luftangriff durchzuführen,
der ein allgemeines Chaos unter der S8 auslösen würde und so einen
Estera Wajchlum„organisierte“ Spreng- Soff für die Hãftlinge
Aufstand ermöglichen könnte, der zumindest Teilerfolge haben würde. Noch am 8. September 1944 infor- miert die Widerstandsorgaisation das Kommando der Armia Krajowa in Schlesien über die Stärke der SS— Besatzung, die in Auschwitz statio- nierten Wehrmachtseinheiten, über die Organisation des Lagersystems sowie der Bewachung und der Be- waffnung der S8.
Die drohende Liquidierung des
Sonderkommandos
Die größte Gefahr drohte den An- gehörigen des Sonderkommandos jedoch, als am 25 September 1944 unter dem Vorwand, sie sollten nach Gleiwit? in ein Nebenlager über- stellt werden, zweihundert Juden ausgesucht, verproviantiert und in Lastkraftwagen verladen wurden I1]. Statt nach Gleiwitz wurden jedoch alle Ausgesuchten zu einem kleinen, in der Nähe des Stammlagers Au- schwitz I gelegenen Gebäude ge- bracht, das zur Desinfektion der den Juden nach ihrer Deportation nach Auschwitz geraubten Kleidung ver- wendet wurde.
Was mit diesen Häftlingen ge- schah, hat später der SS- Lagerarzt Dr. Horst Fischer, der 1966 vor dem Obersten Gericht der DDR stand, in seinem Prozeß ausgesagt:[2]) Ich habe einmal erlebt, daß das Kom- mando, das dem Oberscharführer Moll unterstand[Otto Moll war zu dieser Zeit Chef der Krematorien: K. S]), vernichtet wurde. Ich war da- mals auch diensthabender Arzt, ich mußte also die Desinfektoren beim Einschütten dieses Gases beauf— sichtigen. I...] dieses Kommando hat zunächst mit dem Oberscharführer Moll ja wie soll ich es ausdrücken, sie haben Alkohol getrunken, haben


