Heft 
(1994) 2/1994. Juni 1994
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Lagergemeinschaft Auschwitz- Freundeskreis der Auschwitzer

Strümpfe stricken möchten, von Hin?z und Kunz, Marie und Otto, Heinrich und Erna, wie Cathrin Kahlweit vor kurzem in der Süddeutschen Zeitung beschrieb(Als Willy dem Führer die Poststahl' in SZvom 11. Juni 1994).

Der von Ulshöfer zusammengestell- te Dokumentenband enthält in einem Kapitel auch Liebesbriefe von Frau- 6 die durch ihre Schreiberei an Hit-

er massiv unter Druck gesetzt wur- den. In einigen Fällen ist nachweisbar. daß sie in Heil- und Pflegeanstalten eingewiesen wurden,vo wo aus der Weg in das Buthanasieprogramm nicht weit war?, so Ulshöfer; deshalb auch der zweite Teil des Titels Briefe in den Tod.

Dokumente auf dem Speicher

Die Briefe wurden von Willy Em- ker mehr als 30 Jahre nur wenig beachtet und lagerten zumeist auf dem Speicher seines Hauses in Los Angeles. Erst nachdem er sein Berufs- leben beendet hatte, dachte er an eine Auswertung.Doch es war mehr als nur Zeitmangel, der den ehemaligen Widerstandskãmpfer die Papiere so lange Zeit nicht anrühren ließ: Er brauchte Abstand zu den Zeugnissen iner Zeit, die für ihn Zuchthaus und Lager, Zwangsarbeit und den Verlust vieler Freunde bedeutete, beschreibt Cathrin Kahlweit in ihrem Artikel in der Süddeutschen Zeitung.

Willy Emker war 1946 als Mitarbei- ter des amerikanischen Geheimdien- stes Oss(Office of Strategic Servies) nach Berlin gekommen und hatte durch Zufall die Dokumente in den Ruinen der Reichskanzlei entdeckt. Da sich niemand für sie interessierte, trug er sie in seiner Aktentasche in seine Unterkunft und nahm sie später bei der Auswanderung mit in die USA. Er wollte nicht unter den Deut-

Lieher Adi

Du wirst gewiß etwas Sehn- SMcht nach mir haben. Jch will Dir zum Zeichen meiner Liehe wieder ein Bild Senden...

Ich bin manchmal sehr traurig. Den 23. VII. fahre ich nach mei- ner Heimat. Du warst ja auch schon in Karlsbad. Ich werde von dort õfters an Dich denken.

Dein süßes Luderchen, innige Küsse.

Dein Ritschi

schen leben, denen er nicht traute. Sie hatten ihn zuviel geschlagen, und er hatte sie als überzeugte Nazis erlebt. Widerstand gegen die Nazis 1933 war Willy Eucker, wie der als Wilhelm Karl Eucker getaufte Frank- furter von Eltern und Freunden geru- fen wurde, arbeitslos. Nach seiner kaufmännischen Ausbildung hatte ihn auch eine kurze Zeit als erfolgrei- cher Vertreter nicht vor dem Los von Millionen anderer Opfer der Welt-