6 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer
wirtschaftskrise geschützt. Auf dem Arbeitsamt kam er, der sich früher nie mit Politik beschäftigt hatte, 1931 mit jungen Kommunisten näher in Kontakt. Sie überzeugen ihn davon, Widerstand gegen die Nazis zu lei- sten.
Auch in seiner Autobiographie ver- hehlt er seine Sympathien„für die Idee des Kommunismus'? nicht, ob— wohl er nie Mitglied einer Partei war. Er gedenkt auch in Hochachtung vie- ler Kommunisten, die er als Insasse des Lagers sowie später als Mitglied der Internationalen Brigaden im spa- nischen Bürgerkrieg kennengelernt hatte. Der Parteidiktatur der sich als Sozialistisch ausgebenden Staaten bringt er dagegen keinerlei Verständ- nis entgegen.
Willy Fucker betrieb unter ande- rem zur Tarnung einer Widerstands- gruppe eine Bäckerei in Bockenheim, in deren Hinterzimmer Flugblätter gedruckt werden. Als die Gruppe durch Verrat auffliegt, wird er im September 1933 von der Gestapo ver- haftet. Rückblickend empfindet es
Willy Emker als Glück, daß er so früh Verfol-
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William C. Emker
mit Seinem Enkel Terry im Jahr 1957
gungssystem, mit dem die Nazis ihre Gegner ausschalteten, war noch nicht so perfekt durchorganisiert. Willy EFucker wurde„nur? zu 18 Monate Ge- fängnisstrafe verurteilt, die er zuerst im Zuchthaus Hameln und dann als einer der„Moorsoldaten' in einem der Emslandlager absaß. 1935 wird er tatsäãchlich entlassen; wenig später blieben die politischen Gefangene fast alle nach Verbüßung ihrer gentlichen Strafzeit weiter in soge- nannter„Schutzhaft' inhaftiert.
In Spanien und den USA
Willy Eucker geht 1937 als Sanitäter der Internationalen Brigaden nach Spanien, pater it e „feindlicher Ausländer“ erst in Frankreich in einem Internierungsla- ger, kommt danach 1940 als Flücht- ling nach Marokko, leistet Zwangsar- beit an der transsaharischen Fisen- bahn und am Staudamm Qued-er- Rbia. Endlich kommt er frei, tritt als deutscher Antifaschist in die Reihen des Geheimdienstes OSS und kehrt so nach Deutschland zurück.
Er wanderte schließlich in die USA aus, heiratet seine Frau Irene, die aus Berlin stammt, und beide bauten ein
eigene Fir auf. 1978 ver- kauften sie ih- re Firma und gingen in den Ruhestand. In Würdigung seines Wider- standes gegen die Nazi-Dik- tatur erhielt er in Frankfurt die Johanna- Kirchner-Me- daille. Hans Hirschmann


