Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 21
Jahr besucht wurde, sind vorbei. Die Besucher kommen nicht mehr vom anderen Ende der Welt, aus Asien und aus Amerika, mit wenigen Ausnah- men— es gibt Amerikaner, weil das USMilitärpersonal in Europa zwangsweise hierher kommt, aber es Sind auch viel weniger Israelis, 40 bis 50 Prozent der Besucher sind heute Polen, gefolgt von Peutschen. Tsche- chen und Slowaken kommen in mehr oder weniger konstanter Zahl.
Die kritische wirtschaftliche Lage der Gedenkstätte wird auch durch Kacorzyks Antwort auf die Frage des deutschen Delegierten Karl Forster deutlich, ob man plane, die in den ört- lichen Depots befindlichen Kunstwer- ke auszustellen.„Kunst hat keine Pri- orität“, antwortet Kacorzyk unver- blümt, der mit dem Bau eines neuen massiven Museumseingangs und der Instandhaltung der verfallenden ar- chitektonischen Relikte in Birkenau beschäftigt ist. Es gab Pläne, Kunst- werke(es gibt sogar einen Picasso) im Gebäude der Lagerküche auszustel- len, aber diese sind auf EFis gelegt.
Neben der physischen Instandhal- tung des verfallenen Lagers versucht die Leitung der Gedenkstätte vor al- lem,„die Sprache zu ändern“, um die junge Generation, deren Wissen über den Holocaust nur bruchstückhaft ist, besser zu erreichen. Darüber hinaus will das Museum den Besuchern hi— Storische Artefakte an ihrem authen- tischen Ort präsentieren. Und die Ba- racken im Lager waren nicht wirklich ein Ort für Kunst, schließt Kacorzyk diese Debatte ab. IAK-Vizepräsident Heubner entgegnet, Kunst biete enor-
me Bildungschancen und sei der Schlüssel zum Verständnis der Ver- gangenheit für junge Menschen.
Der slowakische Delegierte fasst die Aspekte des Holocaust-Geden- kens in der Slowakei zusammen. Das Holocaust-Museum in Sered, das Ho- locaust-Dokumentationszentrum, die Milan Simecka-Stiftung, Postbellum und ICEJ Slovakia sowie die Slowaki- Sche Akademie der Wissenschaften arbeiten auf diesem Gebiet. Es wird an einer Datenbank der slowakischen Opfer gearbeitet, es finden Fachkon- ferenzen statt, z. B. über Sobibor oder den berüchtigten 80. Jahrestag der Ausrufung des slowakischen Staates.
Die TLeiterin der tschechischen De- legation, Marta Malã, Mitglied des Prä- Sidiums des Internationalen Ausch- wit?-Komitees und Direktorin des Stif- tungsfonds für Holocaust-Opfer in un- serem Land, fährt fort. Sie berichtet über die Projektarbeit in den Program- men Fürsorge, Erneuerung, Erinne- rung und Zukunft mit einem jährlichen Volumen von fast 20 Millionen Kro- nen. Der Fonds ist grundsätzlich poli- tisch aktiv und vermittelt Einfluss für Uberlebende auf Regierungsebene. Die Stiftung unterstüt?t Betreuungs- projekte für die schwächsten Senioren Sowie für die kleinsten Kinder(im Pro- gramm Unsere Zukunft), einschließ- lich der Hüchtlinge aus der Wraine.
Zu?Zana Pavlovskã hielt einen fun- dierten Vortrag über die Bildungspro- gramme des Prager Jüdischen Mu— Seums und fasste die Fakten über die tschechische Aktivität in EKHRI zu— sammen. Im Stil eines alten Prager Herren sprach Michal Stränsky im


