Heft 
(2022) 1/2022. Dezember 2022
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Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 8

Chronik der Studienreise nach Auschwitz und Krakau

Authentische Orte und bewegende Gespräche mit Zeitzeuginnen

1. Tag: Internationale Jugend- begegnungsstätte(I)BS) Oswiecim/ Auschwit?:

Erste Informationen zu Idee, Ent- stehung und Entwicklung der Inter- nationalen Jugendbegegnungsstätte (IIB8) von der pãdogischen Mitarbei- terin Elsbieta Pasternak. Anschließend wurde Leszek Szuster, 27 Jahre lang Leiter der IBS, für seine vielen Ver- dienste um die deutsch-polnische Zu- sammenarbeit und auch für die langjährige Zusammenarbeit mit der Lagergemeinschaft zum Fhrenmit- glied unseres gemeinnützigen Vereins ernannt.

2. Tag: Zunächst Führung durch dasStammlager(Auschwit? 1) durch die unglaublich sachkundige Historikerin Lucyna Filip.

Danach: Gespräch und Workshop im Archiv des Staatlichen Museums Auschwit? mit Archivleiterin Ewa Lesniak. In den hier aufbewahrten Dokumenten enthüllt sich die Büro- kratie des Todes in ihrer ganzen mon- strösen Gründlichkeit und Absurditãt. Online nachzuverfolgen über https: www. auschwitz. org/en/museum/archi- ves /collection/

3. Tag(Jeil 1): Rundgang durch das Vernichtungslager Birkenau(Ausch- wit? 2). In der sog.Sauna sind die Bilder von ca. 2500 Menschen ausge-

stellt, die aus der Habe der Häftlinge gerettet worden sind. Sie sind bewe- gende, herzzerreißende Zeugnisse zer- störten Lebens.

3. Tag(Jeil 2): Gespräch mit der Auschwitz-Uberlebenden Zdzislawa Wlodarczyk, Jahrgang 1933, geboren in Kamienec(Großpolen), aufgewach- sen in Warschau. Ihr Vater, Postbe am- ter, hatte vermutlich Kontakte zum polnischen Untergrund, was die Fami- lie, z. B. bei einer Hausdurchsuchung durch die deutsche Besatzungsmacht, in Gefahr brachte. Dennoch konnte die Familie bis Zum Warschauer Auf stand im August 1944 zusammen in Warschau leben. Dann aber wurde die Familie mit Ausnahme der jüngeren Schwester, die sich bei Verwandten verstecken konnte, im Zuge von Mas- senverhaftungen(als Repressions- maßnahme gegen den Aufstand) ver- haftet und nach Auschwitz deportiert. Dort wurde der Vater vom Rest der Familie- der Mutter, Zdzislawa und ihrem kleinen Bruder getrennt, sie Sollten ihn nie wiedersehen, er kam am Kriegsende im KZ Flossenbürg ums Leben. Auch von der Mutter, die in verschiedenen Kommandos zur Ar- beit gezwungen wurde, waren die bei- den Kinder meist getrennt. So musste sich die elfjährige Zdzislawa um ihren kleinen Bruder kümmern, ständig auf der Hut und ständig in Angst um ihrer