6 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer
ritãt Zu Zeigen. Es ist auch wichtig, dass Deutschland Verantwortung über- nimmt, und ich möchte Angela Merkel für die großzügige Spende der deut- schen Regierung an das Auschwitz- Museum danken. Es ist nicht nur eine Entschädigung, sondern eine Investiti- on in die Zukunft. Wir müssen diesen Schrecklichen Ort erhalten. Es ist nicht nur der größte jüdische Friedhof, der Ort, an dem mein Vater umgekommen ist. EFs muss auch eine ewige Erinne- rung für zukünftige Generationen sein.
wir Uberlebenden sind jetzt alte Menschen, ich bin einer der Jüngsten. Also ist es jetzt Ihre Aufgabe, dafür zu Sorgen, dass es nicht wieder passiert. Ich vertraue darauf, dass Sie das Rich- tige tun werden.
Danke für Ihre Geduld, der Ge- schichte meiner Mutter und meiner Geschichte zuzuhören. Bitte vergessen
Angela Orosz-Richt mit Alwin Meyer, Au- tor des Buches„Die Kinder von Ausch-
witæꝰ. Foto: Eva Oertwig/IAK
Sie sie nicht und auch die Millionen, die das gleiche Schicksal wie sie erlit- ten haben, die Millionen, die ihre Geschichte nicht erzählen konnten, weil sie nicht überlebt haben. Und die, die überlebt haben, aber nicht über die Schrecken sprechen konnten, die sie durchlebt haben..
In seinen Nachrichten aus Auschwilz berichtete im Jahr 2004 das Internationale Aschwitz Komitee, was am 24. Dezember 1 944 geschah. Das Jahr 1 944 wird als das schlimmste Jahr in der Geschichte des größten deutschen Konzentrations-
und Vernichtungslagers angesehen.
Weihnachten in Auschwitz 1944
Es liegt Schnee in Auschwitz. Die Dächer der Baracken sind weiß, aber nicht die Lagerstraßen. Immer noch sind es zu viele Häftlinge, die sich mühsam darüber schleppen. Ihre schweren Schritte hinterlassen nur Matsch, der dann wieder gefriert und das Gehen noch schwieriger werden lässt: Uberleben ist schwer geworden in Auschwitz in diesen Tagen, noch
schwerer als es je war. Keine Nah- rungsmittel erreichen mehr das Lager. Die Häftlinge müssen mit dem aus- kommen, was ihnen die 8S8 zugesteht, und das ist viel Zu wenig: das bisschen Suppe und Brot, viel Zu wenig Wasser. Dazu kommt die Kälte, die durch die verschlissene Kleidung in jede Pore dringt: Die Häftlinge sind todmũde. Jeden Jag ist in den so genannten Stär-


