22 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer
interessengebiets und mit zusätdichen Ubersetzungsfehlern(Z. B. wurde aus dem Namen„Ben Nachmias“„Ben Aprésmias“, S. 383/ p. 314).
Die bereits von Jochen August im April 2016 in seiner Rezension zu Recht Zzahlreich bemängelten Fehler (abgesehen von seinem Trugschluss der Personenverwechslung Busch Buch) wurden bis auf eine Ausnahme unverstãndlicherweise nicht korrigiert. Im Januar 2017 erschien schließlich ei- ne unkorrigierte niederländische Ubersetzung, im November die ungari- Sche Version und im Februar 2017 die hebräische Ausgabe des Buchs, aller- dings als einzige Ausgabe mit(unwoll- ständigem) Namensverzeichnis.
Damit bleibt die berechtigte Be- fürchtung bestehen, dass Fehl- und Desinformationen in Greifs und Le- vins Publikation unkritisch übernom- men und weiter verbreitet werden könnten, wie zuletzt leider die gleich in zwei renommierten deutschen hi- storischen Zeitschriften verbreitete Gefälligkeitsrezension zum gegen- ständlichen Buch bewies.
Falsche und fehlerhafte Darstel- lungen wie Greifs und Levins Mono- grafie„Auſtand in Auschwitz“ soll— ten jedoch nicht aus falsch verstande- ner Rücksichtnahme und Solidarität toleriert werden, besteht doch die Gefahr, dass damit die Auschwitz- Forschung in Verruf gerät, insbeson- dere dann, wenn sie längst instrumen- talisiert worden ist. Die Intention von „Aſtund in Auschwitz“ brachte Git— deon Greif in einem Interview mit der israelischen Tageszeitung Haaretz
am 25.02.2017 auf den Punkt:„Die Revolte mluss gefeiert werden. Sle ist eine Geschichte reinen jüidischen Hel- dentums, eines der wenigen Wunden die vich im Holocaust ereignet hahen.“
Für die meisten der Uberlebenden des Sonderkommandos, die mit den Autoren bereitwillig ihre Erinnerun- gen geteilt hatten, kommt das von ih- nen lang ersehnte Werk leider zu spãt: David Nencel starb mit 98 Jahren als bislang ältester Uberlebender des Sonderkommandos und letzter in Ka- nada lebender Augenzeuge am 21. Ja- nuar 2015, einen Monat zuvor und ei- nen Monat vor seinem 94. Geburtstag Starb Eliezer Eisenschmidt am 11. Dezember 2014 als letzter in Israel le- bender Sonderkommando-Uberle— bender. Mit ihrer wohlwollenden und mutigen Offenheit sowie ihrer selbst- losen Stärke, sich zur Aufklärung der grausamen Geschehnisse wiederholt den schrecklichen Frinnerungen aus- zusetzen, haben uns diese wichtigen Menschen bedeutende Brinnerungen hinterlassen, mit denen noch zahlrei- che Bücher zu füllen sind.
Die Besonderheit jedes Finzelnen unter ihnen, der Mensch hinter dem Zeugen, kommt darin jedoch nur sel- ten zum Ausdruck. In David Nencels Nachruf heißt es:„(...) Er wur 700% Mensch. In seinen 98 Jahren hatte er viele Herausforderungen aber auch viel Freude. Ein besonderer Mensch, der eine Leidenschaft für die Men- Schen halte und seine Leidenschaft mit denen, die ihn kmgaben, in Ge— prächen teilte. Er war scharinnig, wit? ig ind weise(...).*


