16 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer
der Zeuge Müller vor Gericht an, dass die mit Konservendosen selbst- gefertigten Granaten mittels aus den Union-Werken stammenden Wasser- pumpen nur auf das Krematoriums- gelände transportiert worden seien.
Die Autoren wären besser beraten gewesen, deutsche Quellen in der ge- genständlichen Edition aus dem Origi- nal wiederzugeben, anstatt sie ins He- bräische frei zu übersetzen und dann ins Deutsche rückzuũberset?en. Sie Stützen sich zudem häufig auf unzuver- lässige Quellen und übernehmen un- geprüft Angaben. Damit verbreiten sie unter anderem falsche Lebensdaten wichtiger Aktivisten der Widerstands- bewegung im Sonderkommando, s0 zum Beispiel von Josef Dorebus(S. 299) und Jankiel Handelsman(S. 300). Laut erhaltener Deportationsliste des 49. Transports“ aus dem Sammellager Drancy nach Auschwit? sind im Fall von Dorebus und Handelsman sowohl die Geburtsdaten als auch die Ge-— burtsorte und das Deportationsdatum falsch. Sie wurden auch nicht„im Fe- bruar 1943 nach Auschwit? depor- tiert“, Sondern am 2. März und erreich- ten Auschwit? am 4. März 1943.
Bereichernder Bildteil Im überschaubaren Abbildungsteil werden Zeitgenössische Fotos von Ita- mar Levin sowie historische Fotos ge- zeigt. Ein Schwerpunkt liegt auf den ermordeten Widerstandskämpferin- nen, die Schwarzpulver aus den Uni— on Werken geschmuggelt hatten und die in?wischen durch Denkmäler in mehreren Ländern geehrt wurden.
Leider wird nur das 1991 in Israel er- richtete Denkmal gezeigt. Fin Hin- weis auf das erste Denkmal, das auf Initiative von Erich Kulka bereits am 22. Mai 1985 auf dem jüdischen Fried- hof in Fröndenberg(Sauerland), dem ehemaligen Ort des Hauptsitzes der Union Metallwerke, errichtet wurde, fehlt hingegen, obwohl dessen Brrich- tung das Thema in Frael durch Zei- tungsberichte erst in der Gffentlich- keit bekannt gemacht hatte.
Die Fotografien Levins im Anhang sind eine große Bereicherung für das Buch. Von den ehemaligen Wider- Standsaktivisten im Sonderkomman- do werden bedauerlicherweise nur drei Fotografien abgedruckt, von Filip Müller, Salmen Lewenthal und Sal- men Gradowski. Der Bildnachweis in den let?zten beiden Fällen wird mit „Ghetto Fighters Holuse“ angegeben, tatsãchlich liegen dessen Archiv-Foto- grafien von Lewenthal und Gradows- ki überhaupt nicht vor.
Der Abbildungsteil wird jedoch durch zu mehr als einem Viertel falscher und fehlerhafter Bildunter- schriften geschwächt: Abraham Dra- gon wurde nach dem Aufstand nicht zu„Krematorium 5*, sondern in den Hãäftlingskrankenbau„gebracht“(S. 306); auf S. 310 wird nicht„Krematori- um 3“, sondern Krematorium 2 ge— zeigt; Block 6 im Stammlager war nicht„der erste Unterbringungsort des Sonderkommandos“, sondern lag in jenem Zeitraum im Frauenlager des Stammlagers: auf S. 315 sind nicht„die Reste des Blocks 13“ zu sehen, son- dern die Ruinen von Block 31, in dem


