Heft 
(2018) 2/2018. Dezember 2018
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Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 3

Worum es auch geht... Zwei Beispiele wie wir Freunde in Polen unterstützen

Ja es ist längst nicht mehr sinnvoll, Lebensmittel, Krankenbetten, Rollstühle so- wie Hilfs- und Bedarfsmittel für die Pflege und medizinische Versorgung zu den Freunden nach Polen zu bringen. Die Spendengelder werden schon seit Jahr- zehnten direkt an die Organisationen der ehemaligen KZ-Hãäftlinge und Gefan- genen der Gestapo-Gefängnisse weitergegeben. Und ja, es leben nur noch weni- ge dieser Kameraden und Kameradinnen unseres Vereinsgründers Hermann Reineck. Aber einige gibt es doch noch. Zwei konkrete Fälle aus der heutigen Ar- beit unseres Fre undeskreises beschreibt Uwe Hartwig in dem folgenden Beitrag.

Der Wochenzeitung Jdische All gemeine aus dem Januar 2018 ist zu entnehmen, dass 20 bis 30 Prozent der Patienten des Herzog-Hospitals in Je- rusalem Uberlebende der Shoa sind. Der Anteil der Shoa-Uberlebenden an der Altersgruppe der über 80- jährigen jüdischen Bevölkerung liegt in Jerusalem bei 50 Prozent. In dem Beitrag heißt es weiter, dass diese Menschen hohe psychologische und psychiatrische Bedürfnisse haben und auch eine überdurchschnittlich hohe medizinisch-physische Versorgung nötig ist. Die posttraumatischen Bela- Stungsstörungen und die körperlichen Strapazen in den Lagern erklären die- 8e Situation.

Vergleichbar ist die Situation der Uberlebenden der Shoa und der Ge- waltverbrechen in den damals besetz- ten Gebieten in Europa. Dass diese Menschen mehr Hilfe und Zuwen- dung brauchen als die Versorgungs- systeme der jeweiligen Länder für den Regelfall vorsehen, liegt auf der Hand. Deshalb unterstüt?t unsere La- gergemeinschaft Auschwitz- Frelun desKreis der Auschwitzer seit Jahren

die Klubs der Uberlebenden in Kra- kKau, Warschau und in Zgorzelec(ge- genüber dem deutschen Görlitz) und die Ambulanz für die Opfer der deut- schen Okkupation Polens in Krakau.

Ende vorigen Jahres trat die Inter- nationale Jugendbegegnungsstätte in Oswie cim an uns mit der Bitte heran, zwei Frauen zu unterstützen, die Auschwit? überlebt haben. Die Jugendbegegnungsstätte hat seit Be- ginn ihres Bestehens sehr engen Kon- takt Zu vielen Uberlebenden von Aus- chwitz. Sie haben all die Jahre mit den Besuchergruppen gesprochen, sie durch die Gedenkstätten von Stamm- lager und Birkenau geführt und auch selbst Nachforschungen im Gelände und im Archiv betrieben. Für viele ist die Jugendbegegnungsstätte zur Hei- mat oder zum Rückzugsort gewor- den. Leszek Szuster, der Direktor der Jugendbegegnungsstätte, sorgt mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitar- beitern für viele dieser Menschen mit Her? und Compassion.

Die Lagergemeinschaft Alschwitz hat Anfang des Jahres 2018 mit der Jugendbegegnungsstätte vereinbart,