10 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer
Bekannt ist, dass von diesem Trans- port wahrscheinlich nur 100 Männer ins Lager als Häftlinge eingewiesen wurden und vermutlich die Nummern 106. 088 bis 106.187 erhalten haben. An drei Stellen im Brief schreibt der Ver- fasser, dass hundert Männer ins Lager und mõglicherweise auch ins Sonder- kommando kamen, an zwei Stellen er- wähnt er, dass er im November 1944 einer von nur zwei Uberlebenden sei (der zweite war David Olère). Dies konnte der Verfasser jedoch nur an- nehmen, wenn er davon ausgegangen war, dass alle 100 Mann dem Sonder- kommando einverleibt worden waren.
Uber das Schicksal von in Neben- lager überstellte Häftlinge seines Transports hätte der Verfasser unmõg- lich Auskunft geben können. Offenbar irrt der Chronist in der Annahme, alle männlichen Zugänge aus seinem Fransport wären in das Sonderkom- mando eingewiesen worden und dass nur zwei Mann überlebt hätten. Serge Klarsfeld zufolge hätten sogar vier Männer das Kriegsende erlebt(Z. B. 106.090, 106. 144).
Tatsächlich stammten aus der er— wähnten Nummernreihe offenbar nicht alle Häftlinge aus dem 49. RS- HA-Transport aus Drancy(106.092, 106.009). Andererseits könnten mög- licherweise mit diesem Transport Männer deportiert worden sein, die nur nicht auf der überlieferten Transportliste standen(106.099). Grundsätzlich bestand auch diese Möglichkeit, da in Binzelfällen sogar Personen auf der Transportliste nach Auschwitz standen, die zur Abfahrt
offenbar nicht erschienen waren und später erneut auf eine Transportliste nach Sobibor gesetzt worden waren (Zum Beispiel Joseph Beraha und André Broun, die anscheinend drei Wochen spãter am 25.03.1943 mit dem 53. Transport nach Sobibor deportiert worden waren).
Zudem erschließt sich aus der im Staatlichen Museum Auschwitz aufbe- wahrten Lagerverwaltungsdokumen- tation, dass nicht alle Männer unmit- telbar oder überhaupt in das Sonderkommando eingewiesen wor- den sein kõönnen, da sie in anderen Ar- beitskommandos eingeset?t waren (106.090, 106.092, 106.104, 106.115, 106.140, 106.169, 106.172, 106.178, 106. 179, 106. 186). Andere Männer aus diesem Transport, wie der bekannte Maler David Olére, wurden nachweis- lich erst später dem Sonderkomman- do zugewiesen. Für Chaim Herman (106. 113) gibt es keinen Nachweis, dass er im Sonderkommando gewesen ist. Im Archiv des Staatlichen Ausch- wit? Museums ist lediglich ein Fintrag des Namens mit der Nummer 106.113 im Röntgenbuch erhalten geblieben.
Der anonyme Verfasser und dessen Namensbestimmung: In keiner bekannten Aussage von Son- derkommando-Uberlebenden oder Chronisten wird der Name Chaim Herman erwähnt. Offenbar wurde der Name von den Historikerinnen des Auschwit?- Museums Danuta Gzech oder Jadwiga BezZwinska zwischen den Jahren 1967 und 1971 aufgrund der Angabe des Begleitschreibens(„Mon-


