8 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer
haben, der sicherlich mit einer Absen- der-Adresse versehen war. Aus dem Inhalt seines Briefs ergibt sich, dass die Tochter wahrscheinlich zum eigenen Schutz bei Bekannten oder Freunden untergetaucht war und dass er seine Frau und Tochter in Sicherheit wähn- te. Nach dem EFmpfang ihres Briefs hätte er Gewissheit gehabt, dass sie ge- rettet wären. Dies lässt auf ein Leben im Untergrund schließen und darauf, dass die Adresse, unter der seine Frau und Tochter erreichbar waren, nicht unter ihrem eigenen Familiennamen angeführt wurde oder überhaupt nur die Adresse eines Bekannten angege- ben worden war.
Selbst der bekannte Sonderkom-
mando-Hãäftling Hilip Müller wurde an einem Sonntag im Jahre 1942 dazu ge?wungen, eine Postkarte an Ver- wandte in Sered zu verschicken, die er allerdings nur an einen Nachbarn adressierte. Die Absender-Adresse lautete:„Arheitslager Birkenau bei Neu-Berun O/9, Haus N 7“.
„Merman(n)“ könnte folglich nicht nur sehr wahrscheinlich der Vorname des Verfassers sein, sondern mögli- cherweise auch der Familienname des Adressaten, falls der Brief nicht unter- schrieben worden wäre.
Die Zuordnung der personenbezo- genen Daten von Chaim Herman durch Historiker des Auschwit?-Mu- Seums ist folglich ungerechtfertigt. Sie
8 aintemretelon enn 2013
—— im Jahr 148 her Fundort des Briels.


