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(2018) 1/2018. Oktober 2018
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6 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer

nicht eindeutig identifiziert werden konnte, wurde die Autorenschaft einem Herrm Hermann, Chaim Herman oder einmal einem gewissen Georges Bermann zugesprochen. Das Original des Briefs gilt als verschollen. Während der jahrelangen Suche nach dem Original und nach gründlicher Analyse des Briefinhalts ergaben sich Zweifel an diesen Interpretationen.

Verbreitung einer Abschrift und erste Identifizierung eines Verfassers Die erste und größte Verbreitung des anonymen Briefs wurde 1980 durch seine vollständige Veröffentlichung in Vladimir Pozners WerkDescente aux enfers er- reicht(dt. Fassung: Abslieg in die nnnMe Berlin-Ost

1982). In der UbersichtZitier- te Zeugnisse Schreibt Pozner, dass der Brief der Vereinigung ehe maliger Häftlinge von Auschwitz übergeben worden sei. In der Finlei- tung zum Brief wird als Verfasser Chaim Hermann 706 773 ſßsic] ge- nannt. Die Angaben zum Namen und zur Häftlingsnummer stammen offen- kundig aus der 1971 veröffentlichten polnischen Erstausgabe der Hand- schriften von Mitgliedern des Sonder- kommandos,Wsréd Koszmarnej zhrodni. Kelcopis) czlonké Sonder- Kommando, die auch denHerman- Brief enthält und in der einSchreiben

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Polnische Erstausga- be des BriefsChaim Hermans, 1971

des Ministers ehemaliger Komhattan- ten lind Kriegsopfer der Repuhlik rankreich an den Vorsitzenden des Vorhundes der Auschwitzer vom 10. Fe- hruar IMs erwähnt wird. Der in dem Schreiben als Verfasser benannte Monsieur HERMANMMW wird in der polnischen Erstausgabe schließlich als Chaim Herman identifiziert(S. 175).

In Fußnote 1 werden dem Autoren Name und Lebensdaten eines Depor- tierten aus dem im Brief erwãhnten 49. Transport aus Drancy zugeordnet. Fine Kopie von Seite 17 der Deporta- tionsliste vom 2. März 1943, der diese Informationen entnommen wurden, ist im Buch auf Seite 181 abgebildet. Par- über hinaus wird dem Namen die Hãäft- lingsnummer 106.113 zugeordnet, die im Archiv des Auschwitz-Museums, im Röntgenbuch des Häftlingskranken- baus Block 28, dokumentiert ist.

In Ber Marks Sonderkommando- PublikationDes voic dans la nuit, Paris 1982, S. 325(allerdings nicht in den anderen Editionen seines Buchs), wird auf den Verwahrungsort des Briefs in einer Fußnote hingewiesen: Veròffentlicht mit Genehmigung der Amicale des deportẽs dꝰAuschwitz, wo das Original aufhewahrt wird. Bei demOriginal handelt es sich aller- dings nur um eine Abschrift des Briefs, wie eine Kopie des Anschreibens vom 10. Februar 1948 an den Präsidenten derAmicale d'Auschwitz ſsic] be- legt.

Finer Aussage des Präsidenten des DachverbandsUnion des déportés dAuschwilz, Raphasl Esrail, vom 13. Oktober 2016 zufolge, sei eine Ab-