Heft 
(2017) 2/2017. Dezember 2017
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28 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer

Die Dramen, die meine Augen gesehen haben, Sind unbeschreiblich

Neuentzifferung desUnbeschreiblichen'- die Verõffentlichung von Marcel Nadjarys Brief und seine Bedeutung für die Auschwit?-Forschung

Von Andreas Kilian

Im Oktober diesen Jahres erregte eine Veröffentlichung international großes Aufsehen: Pavel Polians Artikel Dds Ungelesene lesen. Die Aufeich- nlingen von Marcel Nadjari, Mitglied des jidischen Sonderiommandos von Ausch witz-Birkenau, und ihre Er- Schließung in den Vierteljahrsheften für Zeigeschichte(VfZ 4/2017) be schreibt den Neurekonstruktionspro- zess und die Bedeutung eines 12eiti- gen Briefs, der auf dem Hinterhof von Krematorium II(III) von dem griechi- schen Sonderkommando-Häftling Marcel Nadjary versteckt worden war und erst am 24. 10. 1980 von einem Schüler der Bryneker Forstwirtschafts- schule in etwa 40 cm Niefe gefunden wurde. In Polians Artikel ist der Brief erstmals fast vollständig abgedruckt und mit nützichen Anmerkungen so wie wertvollen Hinweisen des Uberset- Zers publiziert worden.

Aufgrund der starken Beschädigung konnte das Manuskript erst am 31. Muli 1081 ins Polnische übersetzt werden, al- lerdings waren nur 10 o des Textes ent- Zifferbar. Bis dahin war(abgesehen von der dreisprachigen Adressierung auf der ersten Seite) völlig unbekannt, was in dem Brief überhaupt steht.

Im Jahre 1906 wurden die wenigen entꝰifferbaren Brief-Fragmente im vom

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Marcel Nadjary 1943, OM. Leon Coll. Centropa

Verlag des Saatichen Museums Alsch- wilꝰ herausgegebenen Sammelband der Sonderkommando-Handschriften un- ter dem Jitel, Inmitten des grauenvollen Verbrechens auf Deutsch veröffent- licht. In dieser Publikation wurden auch Feststelungen über Nadjary auf Grund- lage erhaltener Lagerverwaltungsakten getroffen. Personenbezogene Angaben konnten so aus einem Zugangsbuch so- wie von einer Karte der Häftlings- schreibstube des KIL Mauthausen vom 25. Januar 1 945 gewonnen und dem Ver- fasser des Briefs Zugeordnet werden. Nicht bekannt war dem Ausch- wit?- Museum hingegen, dass das Do- kument mit den meisten Informatio- nen, der originale Häftlings-Personal-