Heft 
(2017) 2/2017. Dezember 2017
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26 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer

Situation:Die Sommersonne hbrannte auf den Boden von Birkenau, die nicht verweslen, vondern nur faulenden Lei- chen begannen vich zu regen, und alus der aufhrechenden Erdruste brodelte eine Schwarzrote Masse, die einen mit Worten nicht zu beschreibenden Ge vank verhreitete. Es mlisste also schlel nigst etwus geschehen.

Da der Tod ein Meister aus Deutschland ist, hatten die Deut- schen auch dafür eine Lösung parat. Demzufolge wurde Ende 1942 in Bir- kenau mit der Verbrennung von frisch vergasten Menschen auf Scheiterhau- fen begonnen. Auf eine Schicht Holz wurde eine Schicht Leichen gelegt, dann wieder Holz und wieder Lei- chen, bis so schließlich 2000 ermorde- te Menschen in Brand gesetzt wurden.

Gleichzeitig wurde mit der Ver- brennung ausgegrabener Leichen be- gonnen. Das Feuer wurde mit Abfall- produkten der Petroleumverarbeitung, Methanol sowie dem Fett, das die Lei- chen absonderten, in Gang gehalten. Bis Dezember 1942 waren vier Ver- brennungsgruben vorhanden. Sie wa- ren jeweils 30 Meter lang, 7 Meter breit und 3 Meter tief. Von Mai bis Ende 1042 wurden 120.000 Männer, Frauen und Kinder nur wenige Stunden nach ihrer Ankunft in den Bunkern 1 und 2 durch Gas ermordet.

Welche Qualen die für die Durch- führung und spãtere Verbrennung der Leichen eingeset?ten Mitglieder des- dischen Sonderkommandos durchle- ben mussten, lãsst sich nicht in Worte

fassen. Ieilweise mussten diese Männer dabei auch mit ansehen, wie ihre eige- nen Familienangehörigen, Freunde und Nachbarn vergast und würdelos ver- brannt wurden. Nur wenige der Son- derkommandohäftlinge haben über- lebt. Finige konnten sich durchringen, darũber zu sprechen; ihre Zeitzeugen- aussagen sind unschät?bare Dokumen- te. Die erschütternden Berichte finden sich wieder in den Büchern Wir weinten trnenlos von Gideon Greif, Zelgen aus der Jodeszone von Eric Friedler, Barbara Siebert und Andreas Kilian, Meine Ayheit im Sonderommando von Shlomo Venezia, Ich war Doktor Men- geles Assistent von Miklos Nyiszli und Nur die Steme wuren wie gesterm von Henryk Mandelbaum.

Vergangenheit und Gegenwart Am 2. Juni 1947 erklärte der polnische Präsident Boleslaw Bierut anlässlich einer Gedenkfeier das Gelände des Lagers Auschwit? Zum staatlichen Mu- seum. Die polnische Regierung legte den Umfang fest, und zwar zwei Fin- heiten: Auschwitz 1, das Stammlager, und Auschwit? 2, das Vernichtungsla- ger Birkenau. Monowitz, das einstige Auschwitz III, wurde den Kommunen überlassen, Zu denen es gehörte.

Die beiden Vernichtungsanlagen Rotes Haus und Weißes Haus mit den Massengräbern wurden zunächst ebenfalls nicht als authentische Orte des Völkermords ins Konzept des staatlichen Museums miteinbezogen.

Auf das bereits 1943 von den Deut-

*Formulierung nach dem Gedicht Vodesfuge von Paul Celan.