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(2017) 2/2017. Dezember 2017
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20 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer

der Rampe geschicht die Selektion, zu erst die endgültige Trennung von seiner Mutter, dann von seinem Vater, die un- mittelbar in die Gaskammer geschickt werden(was er spãter erfãhrt). Er bleibt mit Willy Zusammen und kommt mit ei- ner Kolonne von etwa hundert Männern und Jungen ins Lager Auschwit? I.

Dort erleiden sie in einem Block, iso- liert vom übrigen Lager, die brutale Dressur der Quarantäne und machen die Entdeckung, wie ein unverständlicher Planet funktioniert. Dann kommt die Ar- beit: Planierungskommando, Holzkom- mando, Schubkarren schieben, mit dem Spaten umgehen, Hol? spalten, Schläge, Blasen, Erschöpfung... Endlich eine Ver- besserung: Arbeit im PffektenlagerKa- nadaꝰ, wo die den Juden gestohlenen Sa- chen aufbereitet werden, und wo man Organisieren undKlauen' kann, was man zum Uberleben braucht.

Das dauert aber nur eine Zeit, dann kommt das Kohlenkommando, dann wie- der Erdarbeiten, und das Müllkomman- do. Port wird mitten in Kohjffeldern und riesigen Haufen von Erde, Mist, Kalk und Konservendosen der Müll herangebracht, Sortiert und verbrannt, wobei auch hier ein paar Kohlköpfe und sogar Marmela- de abfallen. Port in der Nãhe trifft Mauri- ce auch seinen künftigenSchut?engel?, Fva, eine deportierte Franzõsin, die für das Rajsko-Labor arbeitet und sowohl ei- ne relative Autonomie zu genießen als auch eine Autorität sogar für die Kapos zu sein scheint.

Nach vier Monaten wird sein Bruder Willy seine Stütze, sein alter ego, Opfer einer Selektion im Innern des Lagers. Maurice, am Boden Zerstört, ist jet?t ganz allein. Das ist die Zeit, wo er ganz unten ist, er wird dem schlimmsten Kommando innerhalb des Müllkommandos Zugeteilt, demScheißkommando'! Das ist die

tiefste Erniedrigung: von allen zurückge- wiesen, übel riechend, verlassen.

Aber da lernt er auch die Solidaritãt kennen. Schnee kündigt sich an, er wird immer schwächer, ein Unterkapo weist ihn insRevier' ein, was für ihn die Ret- tung ist. Der Blockarztbehandelt? ihn Ssoweit das ohne Medikamente geht und Eva übermittelt ihm ein Geschenk. Er nimmt an Kräften wieder zu. Und anstatt jet?zt mitten im Winter wieder zu den Außenkommandos hinausgeschickt zu werden, wird er als Stubendienst ge- braucht, und das bis Zur Evakuierung.

Fin neues schreckliches Erlebnis, der Todesmarsch, beginnt am 17. Januar 1945. Bald kann er nicht mehr und will sich in den Schnee fallen lassen, als ein unbe- kannter belgischer Deportierter ihn wie- der in die Reihen zicht und ihm die Kraft zum Weitergehen vermittelt. Die Fvaku- ierten werden dann in offenen Güterwa- gons weitergebracht: Kadaver, Kälte, Hunger, Durst. Maurice kommt halb be- wusstlos im Lager Dachau an. Er lässt Sich auf einen Haufen toter Kõrper fallen, und wieder rettet ihn die Solidaritãt: ein Blockãltester ergreift ihn und führt ihn zu den anderen in die Kolonne zurück.

Von da an vegetiert er hungernd und ohne Tätigkeit in einem Block. Die Zustände sind nicht so schlimm wie in Auschwitz, aber die Tage sind lang und leer. Am 19. April wird er wieder evaku- iert, Zzunächst in einem Personenzug, dann zu Fuß in Richtung Alpen, und Schließlich kommt nach vielem Hin und Her die Befreiung durch die US-Armee in Mittenwald in Oberbayern.

Dann kehrt er endlich nach Paris zurück, kommt am 18. Mai ins Hotel Lutetia, genau ein Jahr nach seiner Ver- haftung. Maurice Cling wiegt in dieser Zeit höchstens 28 Kilogramm. In Paris kommt er wieder mit seinen Groß