Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 38
Einzigartiges Mahnmal
über die Verbrechen von Auschwitz Digitale Verfahrensakten des ersten Frankfurter Auschwitz-Prozesses
Die EFntscheidung der General- direktion für das UNESCO-Pro- gramm, Memory ofthe Worid“(MoW „Gedòchtnis der Welt“) über die Ein- tragung der Akten des ersten Frank- furter Auschwitz-Prozesses(Az. 4 Ks 2/63), der am 20. Dezember 1963 be- gann, in das Verzeichnis des Weltdoku- mentenerbes wird im September 2017 erwartet. Neben den 133 Hauptakten und weiteren Verfahrensunterlagen, insgesamt 456 Aktenbänden, sind auch die bereits vor über Zehn Jahren verõf- fentlichten Tonbandmitschnitte, insge- Samt 103 Bänder, nominiert worden.
Die 133 Hauptakten dokumentie- ren die Ermittlungen und Voruntersu- chungen in den Jahren 1958 bis 1963, die Anklageerhebung im April 1963, den Ablauf des Schwurgerichtsverfahrens in den Jahren 1963 bis 1965 sowie die Urteilsverkündung im August 1965.
Die Verfahrensakten wurden im Jahre 2001 von der Frankfurter Staats- anwaltschaft an das Hessische Haupt- staatsarchiv abgegeben, die 424 Stun- den umfassenden Tonmitschnitte der Aussagen von 319 Zeugen(darunter 181 Auschwitz- Uberlebende) bereits 1989 Zwecks Digitalisierung in Zusam- menarbeit mit dem Deutsche Rund- funkarchiv in Frankfurt. Dies vor al- lem weil sich deren Qualität über die Jahre verschlechtert hatte. Die digita- le Nutzung der Tonmitschnitte ist über das Digitale Archiv Hessen beim
Hauptstaatsarchiv oder als Streaming über die Website www. auschwit?-pro- Zess. de des Fritz Bauer Instituts mõg- lich. Die Transkription der Tonmit-— schnitte sowie 100 Stunden ausgewähltes Audiomaterial wurden bereits Ende 2004 vom Fritz Bauer In- titut und dem Saatichen Muselum Aschwitz?-Birkenaut als DVD-ROM in der Digitalen Bibliothek herausge- geben.
Das UNESCO-Weltregister wird Seit 1992 international mit ausgewähl- ten herausragenden Dokumenten(bis- lang 348, davon 22 aus Deutschland) ergänzt, darunter im Jahre 2013 durch die Originaldokumente im seit Januar 1946 bestehenden Archiv des Interna- tionalen Suchdienstes in Bad Arolsen (TTS), das primär Such- und Anlauf- stelle für Uberlebende und Angehöri- ge von Opfern der NS-Verfolgung war, Sowie dessen Zentrale Namenkartei mit Hinweisen zu 17,5 Millionen Per- sonen, die seit 1990 digitalisiert ist.
2011 wurde die etwa 14.500 Akten- ordner und Sammelmappen umfassende Dokumenten- Sammlung des Archivs des Warschauer Wiederaufbaubüros (BOS) aufgenommen, die u. a. die Zer- störung der Stadt in den Jahren 1939. 1945 und insbesondere die Folgen der beiden Warschauer Aufstände in den Jahren 1943 und 1944 dokumentiert.
1990 wurde das etwa 23.000 Seiten umfangreiche Untergrundarchiv des


