Heft 
(2017) 1/2017. September 2017
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Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 35

Bouffiers CDU in der Regierungsver- antwortung, lassen es meines Brachtens ebenfalls an dem notwendigen Nach- druck fehlen. Finzig die Opposition von SPD und Kinken legt eine gewisse Hart- näckigkeit bei den Fragen an den Jag. Viel Aufklärung verspreche ich mir durch diesen Ausschuss nicht.

NSU und der Judenhass

Was führte das Nazi-Verbrechertrio ge- gen die Juden im Schilde? Dass jüdi- sche Bürger Zielscheibe des NSU wa- ren, ist unstrittig. Bereits 1996 hatte Bönhardt in der Nähe von Jena am Geländer einer Brücke über die Autobahn A 4 eine Puppe mit einem Davidstern aufgehängt, die in einer Schlin- ge steckte und mit Zzwei Bom- benattrappen versehen war.

Das Trio hatte auch ein Brettspiel entworfen, das sie Pogromlyꝰ nannten, eine Art Monopoly, bei dem das Fiel lautete,*Städte judenfrei? zu machen. In der 2011 verbrann- ten Wohnung in Zwickau wur- den unter anderem Listen mit tausen- den von Adressen gefunden, darunter die des jüdischen Friedhofes in Berlin. Bereits 1998 war dort das Grab von Hein? Galinski, dem ehemaligen Vor- Ssit?enden des Zentralrates der Juden in Meulschland, durch zwei Sprengsätze zerstört worden. 2002 wurde eine Bom- be in den Fingangsbereich der Trauer- halle geworfen. Davor, am 7. Mai 2000, wurden Beate Zschäpe und Uwe Mundlos vor der Synagoge in Berlin ge⸗ schen. Womöglich planten sie einen An- Schlag. Auf die heutige Frage des vorsit-

zenden Richters Götzl, ob sich Zschäpe dort aufgehalten habe, kam die bereits bekannte Taktik, man äußere sich spä- ter zu diesem Sachverhalt. Ich bin ge- Spannt, ob diese Sachverhalte im spãte- ren Urteil ebenfalls Berücksichtigung finden.

Unser aller Verantwortung Jahrzehntelang hat der deutsche Staat und dessen mehrheitliche Gesellschaft die braune Gewalt nicht ernst genom- men. Linksextreme galten als hochge- fährlich, währenddessen man bei Rechts-

Titelseite der chinesischen ZeitungFurope Times mit einem Bild Beate Zschäpes im Gerichtssaal. Foto aus wikipedia: Autor: Fuzre Fitrinete(Juni 2013)

extremen einfach abgewunken und die Umtriebe von rechts als Kindereien und Blõdheit abgetan hat.

Es war August 1992, als in Rostock- Lichtenhagen vor einem Ausländerheim fünf Nächte lang Hunderte Neonazis und Gleichgesinnte randalierten, ohne dass die Poliꝰei eingriff. Im Gegenteil, als das Haus angezündet wurde, z0g die Poliꝰei ab unter dem Beifall der begei- Sterten Zuschauermenge. In einer Bun- destagsrede vom November 1992 stellte der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl((D U) die Jaten in eine Reihe mit