Heft 
(2017) 1/2017. September 2017
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12 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer

Die Stühle auf dem Krakauer Zgody-Platz erinnern an die von den deutschen Besatzern erzwungeneUmsiedlung der Juden ins Ghetto von Podgorze.

ten. Die bogenförmige Gestaltung der Mauer hat natürlich einen verachten- den Hintergrund. Sie sollte wahr- scheinlich an jüdische Grabsteine er- innern, also an den bevorstehenden Tod. Es gibt laut Teresa allerdings noch eine andere Version, dass näm- lich eine Ehefrau eines Nazi-Oberen diese Bauweise gewünscht habe, weil es ihr so gut gefiel und der Herr SS- Oberführer, ihr Ehemann, dies dann so anordnete.

Es ist sicher schwer, sich die ehe- maligen Abschnitte des damaligen Ghettogebietes vorzustellen, wenn bis auf diese Fragmente die das Ghetto umgebende Mauer und Zäune abge- rissen wurden. Dennoch sind die mei- sten Häuser auf dem einstigen Ghet- togelände, anders als in Warschau oder

LoOdz, wo fast alle historischen Stätten völlig verschwunden sind, noch vor- handen. Eine Spurensuche ist daher sehr gut möglich. Leider wurde diese bis heute nicht ausreichend betrieben und dokumentiert.

Ich finde es deshalb auch äußerst wichtig, dass wir als Lagergemein- schaft diese Besichtigung immer wie- der in unserem Programm anbieten. Damit tragen wir dazu bei, dass dieses grauenhafte Ghetto nicht in Verges- senheit gerãät.

Die Liquidierung Im März 1943 erfolgte die Liquidie- rung des Lagers. Den Befehl dazu hat- te kein geringerer als der Massenmör- der Amon Göth, der Kommandant des Konzentrationslagers Plas?zow, be- kommen. Auch hier hat Steven Spiel-