Heft 
(2017) 1/2017. September 2017
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Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 11

Uberlebenschance. Ein Judenrat' sowie ein Ordnungsdienst*? wur- den auf Anordnung der Deutschen gegründet.

Unsere Besichtigung Es ist ein regnerischer kalter Frühlingstag in Krakau. Alle ziehen ir- gendwie die Köpfe un- ter den aufgespannten Schirmen ein, sofern diese dem Wind stand- halten. Die Jacken sind bis obenhin geschlos- Sen.

Teresa Ostrowska, fachkundige Kennerin Krakaus und seit Jahren

P

Guide der LGA-Besu cher, holt uns um 9 Uhr ab. Wie gewohnt ge- winnt sie schnell das Vertrauen unse- rer Gruppe. Auf dem Weg nach Pod- gorze Zeigt sie uns die Brücke, auf der damals die Umsiedlungsaktion? Stattfand. Es regnet in Strömen. Wir halten durch.

Ausgangspunkt unserer Besichti- gung ist der Podgorski Platz. Hier war auch ein Zugang zum Ghetto. Auf der rechten Seite befand sich das Gebäu- de des ehemaligen Judenrates. Inter- essant und fast schon zynisch war und ist der Verlauf der Straßenbahntrasse damals fuhr sie ohne Halt durch das Ghetto. Mir läuft es kalt den Rücken runter, wenn ich mir vorstelle, wie ma- kaber es für die Ghettoinsassen gewe- sen sein muss, so ständig an die Frei- heit erinnert zu werden.

Emanuel Elbinger zeigte Teresa Ostrowska und der LGA- Gruppe ein Foto aus seiner Jugendzeit mit ihm und seinen Geschwistern.

Heute gibt es keinerlei Hinweise, Schautafeln oder sonstige Wegweiser. Auch an dem Haus, in dem der heute berühmte Regisseur Roman Polanski im Ghetto wohnte, weist nichts auf ihn hin.

Ich verteile an die Teilnehmer un- serer Gruppe Kopien eines Planes, auf dem die Umrisse, Straßen und die Ghettomauer eingezeichnet sind. Im weiteren Verlauf zeigt uns Teresa das jüdische Krankenhaus in der ul. Jose- finska sowie die Fabriken des Mad- ritsch und Optima.

Die Fragmente der ehemaligen Ghettomauer sehen wir uns ebenfalls an. Es ist schon bezeichnend, welchen zynischen Binfallsreichtum die Deut- schen bei der Gestaltung entwickel-