Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 13
berg in*Schindlers Kiste? die tatsãch- lichen Orte verlegt.
An diesem Jag rückten schwer be- waffnete S8 und Polizei in das Ghetto ein. Es kam zu einer Orgie der Ge- walt. Die Deutschen und ihre Helfers- helfer mordeten, wo sie nur konnten. Darunter kranke Menschen noch in ihren Betten. Säuglinge und Kleinkin- der wurden aus den Fenstern auf die Straße geworfen oder es wurde ihnen direkt die Köpfe an den Maueren ein- geschlagen. Die Mörder machten sich einen Spaß daraus, ältere Menschen zum schnellen Laufen aufzufordern und ihnen an dann anerkennend auf die Schulter zu klopfen, bevor sie sie erschossen. Tausende von Menschen wurden dabei ermordet und wieder- um Tausende in die Vernichtungslager deporitert.
Die Apotheke“Zum Adler? Das alles konnte der Besitzer der Apotheke Tadeus? Pankiewicz beob- achten und in seinen Berichten fest- halten. Er und seine Mitarbeiterinnen sind die einzigen, die über die Verfol- gung und Vernichtung der Krakauer Juden Zeugnis ablegten.
Die Apotheke Zum Adler befand sich am pl. Zgody 18 und damit ge-— genüber dem Jor, durch das die Arbei- ter das Ghetto verlassen haben. Von dort aus konnte man das Geschehen im Ghetto sehr gut beobachten. Ta- deus? Pankiewicz und seine Mitarbei- terinnen halfen vielen Ghettoinsassen unter Finsat? ihres Lebens. Pankie- wic? war Kontaktperson und übermit- telte Nachrichten von außerhalb des Ghettos und auch in die umgekehrte
Richtung. Manchmal versteckte er auch Juden in seiner Apotheke, ver- Sorgte sie mit Lebensmitteln und Me- dikamenten. Es wurde geholfen, und zwar unabhängig davon, wie gut oder schlecht er die Jeweiligen kannte.
Uber Tadeusz Pankiewicz gibt es keinen Film. Dafür aber eine Ausstel- lung in der noch heute am selben Platz vorhandenen Apotheke.
Hier führt uns Teresa dann noch hin und erklärt uns die Bedeutung dieses Platzes. Hier fanden schon seit Juni 1942 Selektionen für die Depor- tationen in das Vernichtungslager nach Belzec statt.
Auf dem pl. Zgody stehen heute mehrere Stühle aus Bisen als symboli- sche Brinnerung für die Plünderungen und Mordtaten an der jüdischen Be- võlkerung. Manch einer setzt sich dar- auf und sonnt sich. Ein anderer macht Kunsttücke auf den Stühlen und findet es lustig. Ein Dritter verzehrt seinen Imbiß. Offenbar auch ein FPrlebnis- und Abenteuerplat??.
Von den insgesamt 60.000 Krakau- er Juden haben nur 4000 überlebt. Heute sollen wieder 150 bis 200 Juden in der Stadt leben.
EFs gibt ein Zitat, dessen Verfasser ich nicht kenne, das mich aber sehr be- eindruckt hat:'Die Vergangenheit be— whren, vie mil vich zu flihren, um vie vchließlich an andere weiterzigehen, ist die einzige Fdhigkeit, die den Men- Schen zum Menschen macht“. Deshalb müssen wir das Gehörte, Erlebte und Vergangene weitertragen, um damit jegliche Art von Antisemitismus und Rassismus Zu bekämpfen.„


