Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 9
Finige Uerreste der einstigen Ummauerung d des Cnettos Podgorze sind noch erhalten.
über das Ghetto dagegen kaum Lite— ratur vorhanden ist. Ich frage mich manchmal, was gewesen wäre, wenn man nicht auf die Zeugenberichte von Tadeus? Pankiewicz, dem Apotheker im Ghetto, hätte zurückgreifen kön- nen. Ich werde daher meinen Blick auf das Ghetto richten und nicht auf Oskar Schindler eingehen.
Das Ghetto Podgorze Das Ghetto wurde auf der gegenüber- liegenden Seite der Weichsel im Orts- teil Podgorze, bei dem es sich um ein besonders ãrmliches Wohngebiet han- delte, von den deutschen Besatzern eingerichtet. Am 20. März 1941 kam es zu der zwangsweisen großen Um- siedlungsaktion. Die jüdische Bevöl- kerung Krakaus musste das Ghetto— gebiet beziehen, während die Arier (Nichtjuden) in das bessere Viertel
von Kazimier? einzogen. Offene Last- wagen und überladene Möbelwagen zogen in die eine Richtung, und in der Gegenrichtung waren nichtjüdische Polen unterwegs. Man kann sich leicht vorstellen, welche Szenen und Dra- men sich in einer solchen Situation ab- gespielt haben müssen.
Vor dem Krieg lebten im Stadtteil Podgorze um die 3000 Menschen, nun Sollten dort 15.000 untergebracht wer- den. Bis zu 14 Menschen lebten in ei- nem Raum, die sich oft nicht kannten und auch zum Teil nicht dieselbe Spa- che sprachen. Etwas über 300 Häuser befanden sich innerhalb der Ghettos. Zuerst war es mit Stacheldraht um- zäunt, danach wurde es ummauert. Vier Tore führten ins Ghetto. Auf dem Gelände befanden sich auch Werk- Stätten /Fabriken, in denen die Insas-


