Heft 
(2017) 1/2017. September 2017
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8 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer

An der Studienreise der Lagergemeinschaft im Frühjahr dieses Jahres nahmen elf Frauen und Männer im Ater zwischen 20 und 70 Jahren teil. Wie immer stand neben dem Aufenthalt in Oswiecim und der Gedenkstätte Auschwit?-Birkenau auch ein zweitãgiger Abstecher nach Krakau auf dem Programm.

Ein fast vergessenes Ghetto Zur Geschichte des Krakauer Stadtteils Podgorze

Von Alexander Woff

Zunächst wohnten wir in der Inter- nationalen Jugendbegegnungsstätte (IIB8) in Oswiecim. Sie entstand in den 1980er Jahren. Hier sollen sich Menschen aus der ganzen Welt ken- nenlernen, Angste und Vorurteile ab- bauen, die sich insbesondere aus der geschichtlichen Vergangenheit und Gegenwart ergaben und noch ergeben könnten. Fin Postulat der Begeg- nungsstätte ist, Gedanken offen aus zusprechen. Sie sind dass prägende Element der pãdagogischen Arbeit in diesem Haus.

Auch unserer kleinen gemischten Gruppe bot die IBS die Möglichkeit, nach dem Besuch der unterschiedli- chen Abteilungen der Gedenkstätte unsere Wahrnehmungen und Empfin- dungen intensiv und zeitnah zu reflek- tieren. Pann stand die Fahrt nach Kra- kau an.

In Krakau Im ehemaligen jüdischen Viertel Kazi- mier? befindet sich unser Hotel. Nach dem Finchecken bleibt noch Zeit für Latte Macciato und Kuchen am Ryn- ek, Krakaus großem Platz mit seinen Tuchhallen, Cafes, Restaurants, Knei- pen und Geschäften. Pferdekutschen und Flektroautos drehen hier ihre

Runden. Prachtvoll zeigen sich die Ge- bäude, und der Hrompeter im Turm der Marienbasilika lãsst sein Warnsignal erklingen, mit dem er vor Jahrhunder- ten vor dem Ansturm feindlicher Hee- re warnte. Hier auf diesem Platz schlägt das Herz von Krakau, das oftmals heimliche Hautpstadt Polens genannt wird. Abends trifft sich dann unsere Gruppe zu einem gemein- samen Abendesssen im Restaurant Galicia.

Fine Verwechslung

Nach dem weltweiten Erfolg des Filmes Schindlers Liste hat Krakau ei- nen gewaltigen Tourismusboom er- lebt. Regisseur Steven Spielberg hat in seinem Hilm das Ghetto in das jüdi- Sche Kazimierz verlegt, s0 dass man- che Touristen es gar nicht wahrhaben wollen, dass dieses sich nicht hier, Sson- dern auf der anderen Seite der Weich- sel in Podgorze befand.

Allerdings wird auch in den Stadt- führern für Krakau der tatsächliche Ort des Ghettos kaum erwähnt. Dafür aber umso mehr Schindlers Fabrik. Dorthin zieht es die Touristenstrõme, das Ghet- to wird einfach links liegengelassen.

Es ist auch erstaunlich, dass es über Oskar Schindler mehrere Bücher gibt,