Heft 
(2017) 1/2017. September 2017
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Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 3

Vergangenheit zu sehen: Unsere Betreuerin von der Jugendbegeg- nungsstätte zeigte uns das ehemalige Wohnhaus von Gerhard Palitzschs, aber auch ein Massengrab mit den let?ten Opfern der Nazis vor der Be- freiung des Lagers.

Die Führung im Stammlager war nicht nur sehr informativ, Ssondern un- ser Guide war sehr kompetent und freundlich und ist auf die individuellen Fragen ausdrücklich eingegangen. Er hat uns geschickt durch die Blocks ge- leitet und uns so vom großen Touris- tenandrang verschont. Nach einer kur- zen Mittagspause hat sich die Gruppe die verschiedenen Nationalausstellun- gen angeschaut. In Block

ten Bilder aufgezeichnet haben. Doch die Ausstellung der UdSSR hat in der Gruppe kontroverse Gefühle aus- gelöst, vor allem die heroische Selbst- darstellung wurde kritisiert.

In Block 15 steht Polen im Vorder- grund. Im Erdgeschoss von Block 16 ist das Schicksal der Slowaken, im Obergeschoss das der Böhmen und Mähren dargestellt. Vor allem die Aus- stellung über die let?te große Opfer- gruppe des NS, die ungarischen Juden, fand ich sehr gelungen und beein- druckend ins?zeniert. Block 20 ist eben- falls aufgeteilt: Im Erdgeschoss ist die Geschichte Frankreichs, im Oberge- Schoss die Belgiens nachzuverfolgen.

13 ist die Ausstellung über das Schicksal der Sinti und Roma zu sehen eine Opfergruppe des NS, die lange Zeit leider kaum Beachtung erfah ren hat.

In Block 14 wird die%½ Geschichte der UdSSR dargestellt, die sich in ins- gesamt vier Ausstellun- gen aufgliedert. Hier hat mich vor allem der Teil der Befreiung beeindruckt, da hier un- ter anderem die Kameras zu sehen sind, welche die uns heute so bekann-

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Das Schicksal der Holländer ist in

Block 21 zu sehen. Ich habe alle Nationalausstellun-

3 Gerhard Arno Max Palitzsch(1913 1944) war ein deutscher SS-Hauptscharfüh- rer, der als Rapport- und Lagerführer im KZ Auschwit? eingeset?t war. Palit?sch gehörte zu den SS-Leuten, die auch aus eigenem Antrieb heraus und ohne höheren Befehl Häftlingen erschossen. Er wurde Zzum Hauptexekutor von Todesurteilen. In Gegenwart eines Häftlings soll er behauptet haben, persönlich 25.000 Menschen er- Schossen Zzu haben. Palit?sch starb bei Kampfhandlungen in Budapest.