Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 29
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27. Januar 1995: Gedenkveranstaltung zum 50. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz-
Birkenau. OAndreas Kilian
Gedenkstätte Auschwit?z sollte aber erst Sieben Jahre später eröffnet werden. Die internationale Berichterstattung zu den drei Anlässen war enorm und schließlich wurde ein Jahr später der 27. Januar in Deutschland zum gesetzlich festgeschrie- benen„Jag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“.
Die Gedenkveranstaltungen gaben aber auch Anlass zum Streit: Zum 50. Jahrestag der Befreiung gab es zwei ge- trennte Zeremonien, die internationale offizielle und einen Tag zuvor eine se- parate jüdische. Im Zigeunerlager strit- ten Roma aus verschiedenen Ländern, wie man sich auf dem Lagergelände angemessen zu verhalten habe. Die jün- gere Generation sah das offenbar ent- Spannter. Außerdem verlor während meiner Freiwilligenzeit der Solidar- nosc-Führer und damalige Staatspräsi-
dent Lech Walesa an Sympathien. Die Präsidentschaftswahlen 1993 gingen zu seinen Ungunsten aus.
Letztlich waren die Jahre 1993 bis 1995 in vielerlei Hinsicht im historischen Bewusstsein, in der Gedenkkultur und in der historischen Aufarbeitung von Ausch- witz ein Zeitraum bedeutender Verände- rungen. Sogar die bis heute zu sehenden Informationstafeln und Gedenksteine in Birkenau wurden seinerzeit errichtet.
Was hast du aus deinem Freiwil- ligendienst mitnehmen können?
Sehr viel! Ich habe auf jeden Fall ge- lernt zu improvisieren, anpassungsfähig, empathisch und tolerant zu sein, mich in Geduld und DPemut zu üben, diploma- tisch zu vermitteln, andere Sichtweisen anzuerkennen sowie schwierige Situatio- nen als Herausforderung anzunehmen.


