Heft 
(2016) 2/2016. Dezember 2016
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24 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer

Als ehemalige Häftlinge waren sie der Internationalen Begegnungsstätte eng verbunden (v.links): Stanislaw Ciencala, Kazimierz Smolen, Zofia Pohorecka und Tadeus? S?ymanski

auf Aufnahmen aus dem Jahr 1994.

Unkraut jäten, die Lagerstraße kehren, Lampenschirme in Birkenau austau- Schen, Schuhe der Opfer vom Depot in den Ausstellungsbereich transportieren, Fxponate aus dem Pffektenlager ein- sammeln und Aufrãumarbeiten bei Kre- matorium IV. Meine Aufgabe war es, die Arbeitsanleitung zu übersetzen und die freiwilligen Hilfskräfte bei Bedarf zu un terstüũtzen. Die körperliche Arbeit verur- Sachte bei den Teilnehmern stets einen tiefen Eindruck, insbesondere in der Sommerhitze auf freiem Gelände, aber auch die Arbeit mit Besitztümern der Ermordeten und Hãftlinge.

Workshops gab es auch damals Schon, die aber nur von den Pãdagogen der Bildungsabteilung konzipiert wur- den und die wir unterstũt?end begleiten durften. Dafür betreuten wir auch pol- nische Gruppen bei Rückbegegnungen nach Deutschland und wurden ins MAustausch-Programm integriert. Von Anfang an entwickelte sich eine enge Verbindung zu den Gruppen, die insbe- Sondere in gemeinsamen einschneiden- den Erfahrungen begründet lag. Wenn ich heute noch vereinzelt mit ehemali- gen Teilnehmern Kontakt habe, er- scheint es mir, als sei die Zeit seit da-

OAndreas Kilian

mals stehen geblieben. Finige Jahre nach meinem Dienst besuchte ich sogar noch vereinzelt Gruppen-Nachtreffen in gan? Deutschland.

Was war dir am wichtigsten?

Wir Freiwillige besuchten auch Zeitzeugen privat. Mit der Zeit sah man dann, zu wem man eine engere Bezie- hung aufbauen und ihn dann auch häufi- ger besuchen konnte. Insgesamt besuch- ten wir vier Uberlebende. Manchmal ging ich zu Tadeus? Szymanski, wobei diese Gespräche eher fachlicher Natur waren, weil er langjähriger Mitarbeiter der Gedenkstätte war. Häufiger und re- gelmäßig besuchte ich Zofia Pohorecka und Stanislaw Ciencala, die Deutsch Sprachen, und selten Adam Jurkiewicz, der nur Polnisch sprach. Von Herrn Ciencala bin ich immer betrunken nach Hause gekommen. Er war sehr trinkfest und hat mir mit den Worteneiner geht noch einen Schnaps nach dem anderen eingeschenkt. Ich besorgte Gebäck und Süßes, er spendierte Tee und Schnaps.

Außerdem baute ich einen regel- mäßigen Kontakt zu Kazimierz Smolen, der auch manchmal unsere Gruppen durch das Museum führte, und eine