6 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer
Jahren, Sondern in allen Religionen und in allen EFhiken verlangt wird, nmlich das Nein. Abo durauf beruht jede Ethik, darauf heruht jedes Recht.*
(Zitat aus Bauers Auftritt im Hes- sischen Rundfunk am 8. Dez. 1964)
Die Mär vom Befehlsnotstand Dieses Fritz-Bauer-Zitat betont nach Reckeweg dessen Ansicht, dass ein vermeintlicher Befehlsnotstand keine Entschuldigung oder Rechtfertigung der Taten sein kann und sich jeder, der in Auschwitz mitgewirkt hat, durch die Förderung der Haupttat mindestens der Beihilfe zum Mord und somit nicht nur moralisch, sondern auch juristisch mitschuldig gemacht hat an den Ver- brechen des Holocaust unabhägig da-
von, ob er das Gas eingeworfen, an der Rampe selektiert oder Häftlingsklei- dung ausgegeben hat.
Zum anderen wollte Fritz Bauer, dass der Prozess öffentlich wahrge- nommen wird und die deutsche Ge- Sellschaft sich mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzt, Statt sie zu verdrän- gen. Fine weitere Intention war die ju— ristische Feststellung der Verbrechen, die in Auschwitz begangen wurden.
Die Mitgliederversammlung dank— te Tobias Reckeweg für die eindrucks- volle Parstellung der Grundzüge sei- ner Arbeit und wünscht ihm einen erfolgreichen Abschluss.
Hans Hirschmann
In der Tageszeitung Der Tagesspiegel(Q. Mai 2015) kommentierte Claudia von Salen die Urteile in den Prozessen gegen Demjanjuk und Gröning wie folgt:
Das skandalöse Verhalten der deutschen Justiz, das im besten Fall von Gleichgültigkeit zeugt, tritt durch das Lüneburger Verfahren deutlich hervor. Denn eine neue Rechtslage gibt es keineswegs, auch nicht nach dem Münch- ner Urteil gegen den früheren SS-Wachmann John Demjanjuk. Geändert hat sich nur die Bereitschaft, das Prinzip der Beihilfe auch auf die Wachleute in Vernichtungslagern anzuwenden. Nur weil die meisten Mittäter straflos da- vonkamen, kann man dieses Unrecht nicht fortsetzen, wenn man es endlich als Unrecht erkannt hat.
Und Spiegel- Online(10.02.2016):
In?wischen hat sich ein Satz des Kölner Strafrechtlers Cornelius Nestler durchgesetzt, der sich um die juristische Aufarbeitung des Menschheitsver- brechens Holocaust sehr verdient gemacht hat: n Auschwitz durfte man nicht mitmachen.“ Punkt. Und wenn man es doch tat, machte man sich schuldig.
Zu den ProZessen gegen Oskar Gröning und Reinhold Hanning sind aus- führliche Informationen wie Erklärungen der Nebenklagevertreter, Zeugen- aussagen, Plädoyers, Presseerklärungen und Medien-Beiträge auf der Web— Seite hiips-nebenklage- auschwitz. de zu finden.


