24 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer
Im Frühjahr konnte die Lagergemeinschaft Trude Simonsohn für ein Zeitzeugenge- Spräch mit Schülerinnen und Schülern der Wetzlarer Fichendorff-Schule vermitteln.
ne Seele ob der großen Belastungen ohnmächtig geworden ist“*.
Am 9. Mai 1945 wurde Trude Si- monsohn durch die Rote Armee in Mer?zdorf, einem Außenlager des Konzentrationslagers Groß-Rosen, befreit. Berthold Simonsohn überleb- te in Kaufering, einem Außenlager des Konzentrationslagers Dachau.
Von ihrem 1978 verstorbenen Mann habe sie gelernt, dass es wichtig ist, darüber zu reden, was ihnen als Verfolgte und nur knapp dem Tod entronnenen Uberlebenden passiert ist, berichtete Frude Simohnsoh. Des- halb besuche sie oft Schulklassen oder spreche bei anderen Veranstal- tungen. Jch mache mir aber Keine M jusionen, dass ich die, die S0 etwas nicht hören wollen, helcehren Könnte*,
stellte sie nüchtern fest. Wichtig seien ihr aber die anderen, die bereit Sseien, ihr zuzuhören.
Trude Simonsohn ist 1921 im mäh- rischen Olmütz geboren. Wegen zio— nistischer Tätigkeiten kam sie 1942 in Gestapo-Haft. Sie hat das Ghetto Theresienstadt sowie die Konzentra- tionslager Auschwit? und Groß-Ro- sen überlebt. Ihr Vater wurde in Dachau, ihre Mutter in Auschwitz er- mordet. Mit ihrem Mann Berthold kam sie 1950 nach Hamburg und 1956 nach Frankfurt. Mit Flisabeth Abend- roth hat sie ihre Brinnerungen in dem 2013 erschienen Buch Noch ein Gick (Wallstein Verlag, 14.900 Euro) veröf- fentlicht.
Hans Hirschmann


