Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 25
Wir trauern um unsere verstorbenen Weggefährten und Freunde
Bei unserer Mitgliederversammlung Anfang November wurde zu Beginn der in diesem Jahr verstorbenen Mitglieder mit einer Schweigeminute gedacht. Die Liste der ehemaligen Häftlinge und der Zeitzeugen wird bald nicht mehr so lang sein können, denn es werden immer weniger, die noch aus eigenem Erleben er- zählen können. Vorsitzender Uwe Hartwig würdigte die Verstorbenen:„ Uns hleibt vich an sie zu erinnern und vor allem zu erinnerm an das, was vie erliuten ha- hen. Erinnern nicht nur um der Toten willen, Sondern erinnern, damit vich ihr im- mer wieder vorgetragener Wunsch erfiillt duss nie mehr geschehe, wus geschehen ist. Pli Wiesel hat— vinngemäß— gesugt., Wenn wir Uberlebenden nicht mehr le—
hen, werden diejenigen Zeugen sein, die uns gehört haben.
Joef Paczynski 20 07. 1920— 26. 04 2015
oZef Paczynski wurde 1920 gebo- ren. Am 14. Juni 1940 wurde er mit dem ersten Trans- port polnischer Männer in das Konzentrationsla- ger Auschwit? de- portiert. Er erhielt die Häftlingsnummer 121. Seit 1942 musste er als Friseur des Komman- danten Rudolf Höß tätig sein. Im Ja- nuar 1945 wurde er mit dem letzten Todesmarsch aus dem Konzentrati- onslager Auschwit? nach Mauthausen verschleppt, wo er seine Befreiung er- lebte. JozZef Paczynski wurde in Kra- kau Ingenieur und später Leiter einer Beruflichen Schule.
Er war eng befreundet mit dem Gründer unserer Lagergemeinschaft Auschwilz, Hermann Reineck, der bis
60
zu seinem Tode in Münzenberg lebte. Paczynski besuchte Hermann Rein- eck oft in Deutschland, wie auch Her- mann Reineck sich mit ihm in Ausch- wit? und Krakau traf.
In den letzten Jahren traf Jozef Paczynski immer wieder Gruppen deutscher Besucher der Gedenkstätte Auschwit?z. Mindestens zweimal im Jahr trafen ihn Studiengruppen der Lagergemeinschaft Auschwitz in Kra- kau in der Ambulanz für die Opfer der Konzentrationslager. Während dieser Treffen, an denen auch seine Freunde vom Klub der ehemaligen Auschwit?-Gefangenen teilnahmen, gab es intensive Gespräche über das Geschehen im Lager. Paczynski war es stets ein Bedürfnis, vor allem den jungen Menschen deutlich zu sagen, dass er und seine Freunde keinen Hass hegen gegenüber den heutigen deutschen Menschen. Seine herzliche und freundliche Art war die leibhaf— tige Bestätigung seiner Beteuerung.
JoZef Pazcynski hat außerordent-


