32 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer
„Dem Vod bin ich nur durch glüch— jiche Zufälle, eigentlich durch ein Wunder entronnen. Was ich erlebt ha— he, erscheint mir heute unglaublich, wie ein hõser Vaum.“
Sein bemerkenswerter Uberle- benswille beeindruckte viele Men- schen, so auch den Regisseur Claude Lanzmann: In einem ZETTInterview aus dem Jahre 2013 wurde der Regis- seur gefragt, ob der Mensch Claude Lanzmann beim Drehen manchmal an seine Grenzen gekommen sei. Lanzmann antwortete: Ja, beim Ge— Ppräch mit Hilip Miller der als Mit- glied des jüdischen Sonderkomman- dos in Alschwitz flinf Liquidations- wellen überlebt hat. Einmal, wdhrend der Dreharbeiten zu Shoah, vdgte er zu mir. Vch wollle leben, inbedingt leben, noch eine Minute, noch einen Jng, noch einen Monat ldngen Begrei- ſen Sie. lehen.““.
Filip Müller bleibt in vielerlei Hin- sicht unvergessen. Wer ihn einmal er- lebt hat, wird die bleibenden Eindrü- cke bewahren. Die Zeugnisse, die Fi-
lip Müller hinterlassen hat, machen ihn unsterblich.
Der„Kronzeuge“ vor Gericht
In Folge seiner Lagerhaft blieb Filip Müller bis 1953 arbeitsunfähig und musste in dieser Zeit meist in Sanato- rien behandelt werden. Auf Wunsch des ehemaligen Auschwitz-Uberle- benden und Freundes Erich Kulka gab er seinen ersten Bericht in einem Prager Sanatorium zu Protokoll. Die- ser wurde auf vier Seiten bereits 1946 in der frühen Auschwitz-Parstellung „Die Jodesfabrik“ von Ota Kraus und Frich Kulka(alias Schön) in tschechischer Sprache veröffentlicht.
Trotz seiner sSchlechten gesundheit- lichen Verfassung nahm Müller die Last der Zeugenschaft auf sich und sagte in den Jahren 1958 bis 1973 in mehreren Beweisaufnahmen vor Ge- richt aus, zudem stellte er sich in Ge- richtsproZessen als Zeuge zur Verfü- gung, zuerst im Krakauer Auschwitz- ProZess 1947, wo er allerdings laut
Links: Hof des Mten Krematoriums im Stammlager Auschwitz. Rechts: Muf- fel-Offnung eines Finäscherungsofens im Alten Krematorium. Fotoarchiv
Kilian, O M. Kilian 2004.


