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(2012) 1/2012. Dezember 2012
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48 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer

Kazimierz Smolen ist tot Vormaliger Leiter der Gedenkstätte Auschwitz starb 91jährig

Am 27. Januar 2012, dem Jahrestag der Befreiung von Auschwitz, ist in Oswiecim/Auschwit?z mit Kazimierz Smolen einer der weltweit bekanntesten Auschwitz- Uberlebenden gestorben. Von 1955 bis 1990 war er Leiter der Ge denkstätte Auschwit?-Birkenau. Mit seinem Tod hat die Lagergemeinschaft Ausch witz- FreundesKreis der Auschwilzer einen guten Freund verloren und die deutsche Bevölkerung einen freundschaftlichen Vermittler zwischen Polen und Deutschland. Im Mitteilungsblatt 1/2010 hatten wir ihn anlãsslich seines 90. Ge-

burtstags ausführlich gewürdigt.

Viele Menschen, besonders viele Jugendliche, sind Kazimier? Smolen während Studienfahrten in Auschwit?z zu langen und eindrucksvollen Ge- sprächen begegnet. Er war auch häufig auf Einladung der Lagergemeinschaft, mit dessen Gründer Hermann Rein- eck er befreundet war, zu Vortrãgen in Deutschland.

Kazimier? Smolen wurde 1941 als jähriger polnischer Widerstands- kämpfer von deutschen Truppen ver- haftet und nach Auschwit? ver- schleppt. Nur wenige Tage vor der Befreiung des Vernichtungslager durch die Rote Armee wurde ereva- kuiert. Befreit wurde er am 6. Mai 1945 im österreichischen Ebensee.

Im Nachkriegspolen studierte Kazimier? Smolen Rechtswissenschaf- ten. In vielen ProZessen gegen NS-Ver- brecher in Konzentrationslagern trat er in ganz Furopa als Gutachter oder Zeuge auf. Seine Berichte zeigten, dass ihm immer die juristische Bewältigung der Verbrechen wichtig war. Hass und Rache waren nicht Beweggründe sei- nes unermüdlichen Handelns.

Noch im Oktober 2011 hatte ein Besuchergruppe der Lagergemein-

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Kaiemierz Smolen am 19. April 2010 bei der

Feier seines 90. Geburtstages in der Interna- tionalen Jugendbegegnungstätte Oswiecim

Schaft Gelegenheit, Kazimier? Smolen in der internationalen Jugendbegeg- nungsstätte in Oswiecim zu treffen.

Wir betrauern auch den Tod von August Kowalczyk und Wilhelm Bras- Se. Auch sie standen oft Teilnehmern von Studienfahrten zu Zeitzeugen- Gesprächen zur Verfügung. Wir wer- den ihr Schicksal und ihre Frinne- rungsarbeit in der nächsten Ausgabe des Mitteilungsblattes würdigen.