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(2011) 2/2011. Dezember 2011
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2 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer

ein unbewusstes, utopisches Verspre- chen, dass es noch einmal eine solche Zeit geben könnte.

Wir wissen, dass es in Auschwitz und den anderen Konzentrationsla- gern für die wenigsten Kinder und auch die wenigsten erwachsenen Häftlinge eine solche bessere Zeit ge- ben sollte. Selbst die Wenigen, die die Befreiung der Lager und den Unter- gang des Dritten Deutschen Reiches überlebten, waren alptraumartig ge- prägt für ihr weiteres Leben und ge- plagt von Schuldgefühlen, warum ge- rade sie überlebten.

Oder sie lebten mit einer irratio- nalen inneren Zerissenheit, die zum Beispiel unsere ungarische Freundin Fva Fahidi(Pus?tai) in ihrem Buch Die Seele der Dinge eingestand: Jn war flunfunsiebzig Jahre alt, als

Dr. icja Klich-Raczka, die Leiterin des Ambulatoriums in Krakau(li.), und eine Mitarbeiterin mit LGA-Vorsitzen- dem Uwe Hartwig. In dem Ambulatorium werden bevor- zugt ehemalige Häftlinge der Konzentrationslager betreut. Die LGA unterstüzt die Finrichtung seit Jahren mit Spen- den ihrer Mitglieder und Freunde. Das Bild im Hintergrund stellt den Auschwitz-Hüftling Kazimier? Sowa dar, der bis Zu seinem Tod wichtiger Ansprechpartner der LGM war.

Im Jahr 2011 konnte die Lagerge- meinschaft dank Ihrer Spenden wieder mehr als 12.000 Buro an die Hãftlingsorganisationen in Krakau, Warschau und Zgorzelec überwei- sen. Zudem weitere Beträge für Projekte des staatlichen Museums in Auschwitz.

ich endlich mit meiner Mutter Frieden Schloss(..) Davor hdtte ich, wenn ich nur an meine Muter dachte, vor Wut Schreien Können Wozu hatte sie mich zur Welt gebracht, wozu geliebt, erzo gen, verwöhnt, im mich dann im Stich zu lassen? Mich mutterseelenallein zurickzulassen? Erst mit 75 Jahren hat Eva ein Foto ihrer Mutter bei sich in der Wohnung an die Wand gehängt. Erst dann hat sie gefühlt und akzep- tiert, was offenkundig ist, dass nämlich ihre Mutter keine Schuld trifft an Auschwitz und allem, was dieses eine Wort aussagt Giehe Besprechung ihres Buches auf Seite 27 ft).

Vertrauen Dass die Häftlinge trotz- dem ihre Menschen- freundlichkeit behielten oder wiedergewannen und uns, den Mitgliedern des Freundeskreises und allen Sympathisanten, ver- trauen, ist für uns ein großes Geschenk. Sie ge- denken mit uns ihrer er- mordeten Kameraden, be- richten über deren Schick- Sal, und wir können ge-