Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 1
Puppen und Zitronen aus Kanada Bitte um Weihnachtsspende für ehemalige KZHãäftlinge
„Kanada“ nannten die Häftlinge in Auschwit? das Effektenlager.„Kana- da“ deshalb, weil sie das dort gelagerte wertvolle Raubgut als„Symbol für Reichtum“ mit ihrer Vorstellung mit dem nordamerikanischen Land ver- banden. In den Baracken von„Kana- da“ ließ die SS-Verwaltung alles sam- meln, was den hunderttausenden von Menschen bei der Ankunft abgenom- men wurde, nachdem es ihnen zuvor noch in trügerischer Absicht erlaubt worden war, es auf den Nransport in die Vernichtungslager mitzunehmen. Entledigt von allen Wertgegen- ständen, aller Kleidung, jeglicher son- stiger Habe, führte ihr Weg nackt in die Gaskammern. Zuvor hatte man ihnen auch die Haare Zwecks Weiter- verarbeitung in der Rüstungsindu- strie und anderen Wirtschafts?weigen abgeschnitten. Nach dem grausamen Tod wurde den Leichen noch Gold-
zähne ausgebrochen und die Körper- öffnungen nach dort eventuell ver- stecktem Schmuck abgesucht.
Bis zur Weiterverarbeitung und zum Weitertransport wurde die ge— stohlene Habe der Opfer in„Kanada“ zwischengelagert und sortiert. Neben Uhren und Schmuck, Kleidung, Kof— fern, Brillen, Gehhilfen, Bestecken und anderen Gebrauchsgegenständen befanden sich auch viele Spielsachen darunter: So auch die zu Bruch gegan- gene Puppe, die auf der Nitelseite die- ses Mitteilungsblattes zu sehen und die nun in einer Vitrine im Museum im Stammlager ausgestellt ist. Sie ging wohl erst in Auschwitz zu Bruch. Dem Kind, dem sie gehörte, dürfte die Puppe bis kurz vor seinem gewaltsa- men Tod ein kleiner Trost gewesen sein- vielleicht eine symbolhafte Er- innerung an friedlichere und un— bekümmerte Tage sowie gleichzeitig
Korsetts, Krücken und andere Gehhilfen, die man den Opfern vor der Vernichtung abahm, wurden in„Kanada“ gelagert. Heute sind einige davon in einer Vitrine im Stammlager(Auschwitz I) ausgestellt.


