Heft 
(2011) 1/2011. Mai 2011
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Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 15

wechslungsreichen Wo- chen, in denen immer et- was Spannendes und meist Unerwartetes pas- sierte. Im Büro der Stif tung Polnisch-Peltsche Alsvhnung habe ich zu erst an einem vollen Jag und für ein paar Stunden an?Zwei weiteren Tagen gearbeitet. Zum Schluss wurden es dann zwei gan?ze Iage in der Woche.

Neben dem Versen- den von FMails und Briefen in deutscher Sprache und dem Korri- gieren von Texten für ver- schiedene geschichtliche Publikationen der Stif tung gab es auch Zeit für individuellere Projekte wie die Arbeit an einem Audioguide über das hi- Storische Warschau oder das Planen von Pro- grammpunkten für Ge denkstättenfahrten von polnisch-deutschen Jugendgruppen in chemalige Konzentrationslager.

Zu Beginn gab es aber auch die Auf gabe, Listen über polnische Zwangsar- beiter mit vielen Daten abzutippen, die für das Straty-Programm benötigt wur- den.

Im Büro war die Atmosphäre immer schr familiär, und mit den Mitarbeiten und den anderen Freiwilligen wurde lan- ge diskutiert, gelacht und in der Mittags- pause gut gegessen.

Welche weiteren Tätigkeiten haben Sie an den weiteren Jagen in der Woche durchgefiihrt?

Mit die beste Zeit hatte ich bei den älteren Menschen, die ich während der Woche besuchte. Am Montag war ich

Jannik Rõösner in seiner Unterkunft in Warszawa-Ochota

immer bei einer Frau, die für ihr Leben gern kocht. Wir haben zusammen einge- kauft, gekocht, gegessen und uns über alles Mögliche unterhalten. Ponnerstags fuhr ich zu einem lie bevollen Herrn, der nur sehr Schwer gehen und Dinge tragen kann. Auch er erfuhr eine unvorstellbar schreckliche Zeit im Konzentrationsla- ger Auschwitz und im Konzentrationsla- ger Neuengamme. Wie erledigten ge- meinsam die Pinkäufe und diskutierten und redeten bei Tee und Kuchen über mehrere Stunden.

Finem weiterem Herrn brachte ich an einem Tag das Mittagessen vorbei. Wo wir gerade beim Fssen sind: Zum Ende meines Jahres in Polen brachte ich dem Herrn Jozef K. das Mittagessen und besuchte ihn. Mit seinen 93 Jahren kann