Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 9
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tung. Diese Zuordnung wie auch die Gestaltung der Gedenkstätten sind Dokumente jhrer Entstehungszeiten: Das 1968 eingeweihte Mahnmal soM an alle Opfergruppen der Konzentrationslager erinnern: Sie sind durch die künstlerische Darstellung der Hüft- lingswinkel symbolisch repräsentiert. Zugleich diskriminiert das Denkmal durch Aus- lassung: unter anderm fehlt der rosa Winkel- das Zwang?eichen der als homosexuell gekennzeichneten Männer. In den Jahren der Entstehung des Mahnmals sollte an die- se Gruppe der Verfolgten nicht erinnert werden. Der Paragraph 175, der seit dem Kai- Serreich homosexuelle Handlungen unter Strafe stellte, wurde in der Bundesrepublik
erst 1994 endgültig abgeschaft.
gen den Nationalsozialismus ihr Leben ließen“, die Lebenden vereinen zur Vrteidigung des Friedens lind der Fei- heit und in Ehrfurcht vor der Würde des Menschen.“ In den anderen Spra- chen wird von denen gesprochen,„die vernichtet wurden“.
Bei diesem Mahnmal werden die Häftlingsgruppen durch die ihnen von der 88 zugeteilten verschieden- farbigen Winkel symbolisiert. Es feh- len der schwarze(für die so genann- ten Asozialen), der grüne(für die so genannten Kriminellen) und der rosa Winkel(für die Homosexuellen). Das
(Fotos aus dem besprochenen Band)
Weglassen der„Kriminellen“ scheint folgerichtig zu sein; mit dem Weglas- sen der beiden anderen Gruppen wurde jedoch die NSStigmatisierung übernommen und weitergeführt. Erst 1994 erlaubte das Internationale Hachaukomitee nach jahrzehntelan- gem Druck die Anbringung eines Winkels aus rosafarbenem Granit. 1998 wurde endlich das Jugend- gästehaus Dachau eröffnet, was nur nach 17 jährigem Bemühen und Uberwindung vielfältiger Widerstän- de mõglich war. Angelika Berghofer-Sierra
Hervomeblng von der Rezensentin


