8 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer
ten die USA 1948 die„Entnazifizie- rung“ und übergaben fast den ganzen ehemaligen Häftlingsteil den bayeri- schen Behörden. Den ehemaligen „Bunker“, in dem die 88 Häftlinge eingesperrt und drangsaliert hatte, behielt die US-Armee für sich und benutzte ihn ebenfalls als Gefängnis. Im ehemaligen SS- Teil blieben weite- re Jahrzehnte US-Truppen. Jetzt nutzt ihn die bayerische Bereitschaftspoli- zei, was bedeutet, dass dieser Teil bis heute für die Offentlichkeit nicht zu— gänglich ist.
Ab 1948 brachten die bayerischen Behörden ca. 2.000 deutsche Hücht-— linge aus der Tschechoslowakei im ehemaligen Häftlingsteil unter und schufen dafür in den Baracken Wohn- einheiten und Läden.
Die Gedenkstätte
Prst auf langjähriges Drängen des In- ternationalen Pachaukomitees und wegen der deutlich angestiegenen Be- sucherzahlen wurde die Gedenkstätte eingerichtet und 1965 eröffnet. Dafür wurden die ehemaligen Häftlingsba- racken und weitere Gebäude trotz Protests abgerissen. Man baute zwei „Musterbaracken“ und goss die Grundrisse der übrigen Baracken mit Beton aus. Jetzt hatte man ein ordent- liches, vorzeigbares Konzentrationsla- ger. Lange gehörte die Gedenkstätte zur Bdyerischen Schlösser- nd Seen- verwallung, deren großes Emblem weithin sichtbar an einem der rekon- struierten Wachtürme angebracht war. Seit 2002 gehört sie zusammen mit der Gedenkstätte Flossenbürg zur Siftung Baherische Gedenkstätten, die 2002 geschaffen wurde.
1964 wurde auf dem ehemaligen SSSchießplatz in Hebertshausen, ei- ner Nachbargemeinde von Dachau, ein Denkmal errichtet, das an schät- zungsweise 4. 000 sowjetische Solda- ten erinnern soll, die dort 1041/42 er- schossen wurden. Der Jext lautet: „Jalsende Kriegsgefangene vurden hier von der S ermordet.“ Der Kalte Krieg ließ es offensichtlich nicht zu, die Herkunft der Ermordeten deut- lich zu nennen.
Vielleicht erklärt sich aus der Jat- sache, dass 1940 alle bereits in ande- ren KZ inhaftierten Geistlichen nach Dachau gebracht wurden, dass es in der KZ-Gedenkstätte fünf verschie- dene religiõse Gedenkorte gibt. Wahr- scheinlicher ist, dass der Einfluss von Bischof Johannes Neuhäusler, der selbst in Dachau inhaftiert war, aus- schlaggebend war, und die nicht-ka- tholischen religiõsen Institutionen so— zusagen in Zugzwang gerieten. 1960 wurde im hinteren Teil als erstes die katholische Todesangst-Christi-Ka- pelle errichtet. Nicht weit davon ent- fernt, allerdings außerhalb des Häft- lingsteils, wurde 1964 das Kloster Hei- lig Blut der Karmelitinnen in Betrieb genommen. 1067 kamen die evangeli- sche Versöhnungskirche links und die jüdische Gedenkstätte rechts der ka- tholischen Kapelle dazu, 1995 eine russisch-orthodoxe Kapelle.
Seit 1968 gibt es für die„übrigen“ Hãftlinge das Internationale Mahnmal auf dem früheren Appellplatz. Bemer- kenswert ist der Unterschied Zwischen dem deutschen Text und dem der übri- gen Sprachen: Im Deutschen heißt es: „Möge das Vorbild deren die hier von 7033 his 7045 wegen ihres Kampfes ge-


