Heft 
(2011) 1/2011. Mai 2011
Einzelbild herunterladen

Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 7

pervision eine Sozialpsychologin: Fin unmöglicher Job(S. 182). Wie- viele Institutionen und Personen stel- len eine Vielzahl von hohen Anfor- derungen an die Pädagog(inn)en! Wobei möglicherweise die eigenen Anforderungen am höchsten sind. Der Praxis-Jeil des Buches enthält Ubungen für pädagogische Mitarbei- ter/innen, die auch ohne den Rahmen einer Fortbildung durchgeführt wer- den können.Vorrangiges Ziel der Uhungen ist es zentrule-. Fragen der Vermittlung an Gedenkstätten zu re eltieren, und die eigene Haltung zu liherdenken hzw mit anderen zlu disku- tieren.*(S 111) Ubungen wurden erar- beitet Zu den Themen: Zum Selbstver-

ständnis, Umgang mit Jeilnehmenden und Gruppen, Umgang mit Vermitt- lungsmedien. Vervollständigt wird das Buch durch Orientierungshilfen, Uberlegungen und Erfahrungen zu Begleitung und Beratung.

Angelika Berghofer-Sierra

Barbara Thimm/Gottfried Kößler/ Susanne Ulrich(Hrsg.). Verunsi- chernde Orte. Selbstverständnis und Weiterbildung in der Gedenkstätten- pädagogik. Schriftenreihe des Frit? Bauer Instituts, Frankfurt am Main, Studien- und Dokumentationszen- trum zur Geschichte und Wirkung des Holocaust, Band 26, Frankfurt am Main 2010, ISBN 978-3-860006300.

Das Beispiel Dachau

Konzentrationslager, Flüchtlingsunterkunft, Gedenkstätte

Am 22. Mär?z 1933 wurde im bayri- schen Dachau eines der ersten Kon- zentrationslager für politische Häft- linge eröffnet. Es diente als Modell für alle Späteren KZ und war Ausbil- dungsstätte für SS-Personal. Schon bald wurden nicht mehr nur politi sche Gegner dort gefangen gehalten, sondern Angehörige aller dem NS- Regime missliebigen Gruppierungen im Rahmen des Novemberpogroms 1938 allein mehr als 11.000 deutsche und õsterreichische Juden. Später ka- men Deportierte aus den besetzten europãischen Ländern dazu. 1942 be- gann man mit medizinischen Versu- chen, von denen vor allem die Höhen- und Kälteversuche für die deutsche Luftfahrtindustrie berüch-

tigt sind. Von hier wurden tausende Häftlinge in so genannten Invaliden- transporten nach Schloss Hartheim bei Lin? gebracht und dort durch Giftgas ermordet.

In Dachau waren ca. 200.000 Men- schen aus ganz Furopa inhaftiert, von denen etwa 4l. 500 ermordet wurden. Am 29. April 1945 befreite die UsS Armee die Inhaftierten.

Das Lager nach Kriegsende In der Folgezeit diente das ehemalige KZ-Gelände der US-Armee als Kriegsgefangenenlager, wo auch Kriegsgerichtsverfahren gegen Perso- nal verschiedener KZ stattfanden. Auf dem Hintergrund des virulenter werdenden Kalten Krieges beende-