Heft 
(2010) 2/2010. Dezember 2010
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Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 13

Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, fand bei der Dele- giertenkonferenz der Mitglieder des Internationalen Auschwitz-Komitees Ende Oktober 2010 in Berlin Unterstützung für die Forderung nach einem Abschiebestopp von Roma- Hüchtlingen in den Kosovo. Rechts neben dem Rednerpult IAK-Präsident Noach Flug und

der geschäftsführende Vizepräsident Christoph Heubner.

offenbar eine etwas entschärfte Varian- te des Vorschlags eines Bleiberechts nach Schulerfolg. Das Aufenthaltsrecht für Kinder soll unabhängig von dem der Pltern sein. Diese sollen nur dann blei- ben können, wenn sie ihren Lebensun- terhalt aus eigener Kraft sichern kön- nen, wenn die Kinder volljährig sind. Das bedeutet: Finige Jahre die Chance, die Voraussetꝰungen zu erfüllen- aller- dings auch einige weitere Jahre Unge- wissheit samt der damit verbundenen Belastung für die Familie.

„Hoffnung für Jugendliche- keine Lösung für Andere“, lautet das Resü- mee. Nun wird der Bundesgeset?geber aufgefordert„das Stückwerk“ zu ver- bessern. Der Beschluss der Innenmini- ster ändert nämlich nichts daran, dass Alten, Kranken und Behinderten trotz Bleiberechtsregelung weiterhin die Ab- schiebung droht. Weiter heißt es bei Pyo As):„Selbst für den Bereich, zu dem die IMK jet?t ihren Beschluss ge-

Foto: Hans Hirschmann

fasst hat, stellen sich gewichtige huma- nitäre Bedenken: Was geschicht mit Schulisch weniger erfolgreichen Jugend- lichen, oft ein Ergebnis unzureichender Frderung oder von Lebensumständen ihrer Familien in Lagern, die Lernen Schwierig machen? Human ist eine Ab- Schiebung bei mangelndem Schulerfolg wohl kaum Zu nennen. Die nach wie vor Stückwerkhafte und viele Betroffene ausschließende Bleiberechtsregelung ist Ausdruck einer Haltung, die gerade Niedersachsens Innenminister zum Programm der Union erhoben hat: Es geht nicht wirklich um eine humanitäre Regelung, sondern um Deutschlands nationale Interessen, die Gewinnung qualifiierter Kräfte für den deutschen Arbeitsmarkt. In diesem an der demo- graphischen Entwicklung in Deutsch- land orientierten Weltbild ist die HFami- lie höchstens das hinzunehmende An- hängsel derer, die hierzulande als nütz- lich angesehen werden.“