Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 11
Aufruf gegen Abschiebung von Roma
Stellungnahme des Internationalen Auschwitz-Komitees und Appell der Lagergemeinschaft Auschwit?
Die Situation der Roma und Sinti in Buropa war im September dieses Jah- res auch ein Thema bei der Päsidiums- Sit?ung des Internationalen Auschwitz— Komitees(IAK) in Jerusalem. IAK- Präsident Noach Flug erklärte dazu: „Ein besonders Sschmerzliches Thema während unserer Sitzung war für uns die Lage der Roma in Furopa. Wir beobachten ihre Situation mit großer Sorge und Mitgefühl. Die Roma wer- den diskriminiert, verfolgt, ausgestoßen und sogar ghettoisiert. Gerade wir als Uberlebende von Auschwitz haben die Pflicht daran zu erinnern, daß Sinti und Roma unsere Leidensgenossen in Auschwit? und in Birkenau waren. Die Na?zis hatten ihnen dasselbe Schicksal zugedacht wie den Juden. Sie sollten von der Erde ausgelöscht werden. Eben deshalb hat Buropa den Roma gegenüber die Pflicht und die Schuldig- keit, sie Zzu schützen und ihnen in allen Ländern, in denen sie leben, gleiche Chancen an Bildung und menschen- würdiger Zukunft zu ermöglichen. Wir können nicht zulassen, dass dieses The- ma in wenigen Wochen wieder im Schweigen Europas versunken ist.“
Abschiebung ins nackte Elend
Großes internationales Aufsehen er- regte vor allem das Vorgehen der fran- zösischen Regierung, Roma- und Sinti- Füchtlinge in den Kosovo und andere „Heimatländer“ in Osteuropa abzu- schieben, obwohl sie dort vielfacher Diskriminierung und Verfolgung ausge- Set?t sind. Aber auch hier in Deutsch- land werden Roma-Flüchtlinge sowie
Angehörige der Sinti und Aschkali un- ter massivem Druck zur Musreise genötigt bezichungsweise„Systematisch vertrieben und ausgewiesen“, wie der öyderverein Koma in Frankfurt am Main im August in einer Stellungnahme protestiert.„Insbesondere die vor 15 Jahren aus dem Kosovo geflohenen Roma werden seit letztem Jahr massiv, ungeachtet ihrer gesundheitlichen, Schulischen und beruflichen Situation ins nackte Hlend abgeschoben. Die Scheinheilige Diskussion über die Wah- rung von Menschenrechten wird am Umgang mit Roma, der größten eu- ropãischen Minderheit, exemplarisch vorgeführt“, wird dort ausgeführt. Ptwa 23.000 der geflüchteten Roma leben heute in Deutschland- viele nur mit einer Duldung- wird in einem „Aufruf gegen die Abschiebung von Roma“ informiert, mit dem bereits am 8. De?ember vorigen Jahres der FMicht- lingsrut Niedersachsen und die Vereini- gung der Verefolgten des Naziregimes- Blund der Antifaschistinnen und Antifu- Schisten(VVN) an die Offentlichkeit getreten ist. Der 8. Dezember ist der Jahrestag, an dem 1938 SS-Chef Hein- rich Himmler seinen Runderlass„Zur Regelung der Zigeunerfrage aus dem Wesen der Rasse heraus“ erlassen hat. In dem Aufruf von Flüchtlingsrat und VVN wird die Situation in Deutschland wie folgt skizziert:„Bis November 2008 hat die UN-Verwal- tung im Kosovo(UNMIK) Abschie- bungen von Roma und Serben in den Kosovo verhindert. Nun hat sich die neue kosovarische Regierung unter


