10 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer
unsere Vorarbeiter und die schlimm- Sten. Wir spielten bestimmt vier oder fünf Mal. Wir hatten Angst Zzu gewin- nen, weil wir nicht wussten, was pas- siert. Wir verloren immer.“ Orlowski erinnert sich auch an eine Gruppe Juden, die ge- flüchtet ist.„Sie wurden gefun- den, mussten einen Jag lang mit einem Zettel im Lager stehen. Ich bin wieder da' stand darauf. Abends wurden sie erschossen.“ In Auschwitz lernte Orlows-
ins Außenlager Langensalꝰa, dann ins KZ Mittelbau-Dora und im April 1945 nach Bergen-Belsen.„Wo meine Freun- din war, wusste ich nicht.“ Erst nach der Befreiung im April 1 945 fand er ie wieder. Sie heirateten und
gingen zurück nach Polen. Orlo- skis Frau ist mittlerweile ge— storben. Als der fast 90Jährige vom Tod seiner Frau erzählt, weint er. Er weint vor all den chülern. Und alles ist still. „Heute lebe ich in einem kleinen
ki seine spätere Frau kennen. „Sie war im Frauenlager. Ich habe im- mer die Kohlen für die Küche dorthin gebracht.“
Doch Kazimierz Orlowski blieb nicht in Auschwitz. Im September 1942 brachte man ihn ins KZ Groß-Rosen,
Haus in Stettin und habe zwei Söhne“, Sagt Kazimierz Orlowski.„Und das ist meine Geschichte.“
Mieser hier leicht gelürzte Jext er- Schien erstmal am 29. Oktoher 2006 in den Peiner Nachrichten..
20 Jahre Auschwitz-Projekt in Mühlheim
Seit nunmehr Zwan?zig Jahren fährt jährlich eine Schülergruppe des Frie- drich-Ebert-Gymnasiums in Mühlheim (Kreis Offenbach) Zu einem Studienauf- enthalt nach Auschwit?Birkenau. Dies hat der Geschichtsverein der Stadt nun zum Anlass genommen, das Projekt bei einem ErzZähl-Café zu würdigen.
Zwischen zehn und 14 Tagen halten Sich die Jugendlichen aus Mühlheim im- mer in Polen auf dem Gelãnde des ehe- maligen deutschen Konzentrationsla- gers auf, um sich in Projektgruppen mit dem Thema auseinanderzusetzen. Wir berichteten im Mitteilungsblatt mehr- fach Zu diesem Projekt, das gemeinsam mit der Bergschule Apolda und der Ju- gendpfiege Mühlheim durchgeführt wurde(Siehe auch unsere Internetseite unter der Rubrik„Schulprojekte“).
Beim Erzählcafé waren neben Jür-
gen Bartholemé, in?wischen pensionier- ter Lehrer und Initiator des Projekts, dem Kollegen Michael Schmidt und Schulleiter Jürgen Hegener auch zZwei Jeilnehmer aus der Schülerschaft ver- treten. Während Pierre Maxime Lother erst im Vorjahr mit in Auschwit?z war, lag die Teilnahme von Andreas Volk bereits einige Jahre zurück. Beide stimmten ũberein, dass die emotionalen Erfahrun- gen im Lager und insbesondere auch die Gespräche mit Zeitzeugen mehr prä- gende Spuren hinterlassen haben als das „nur“ aus Büchern erlernte Wissen. Da- her wurde dafür plãdiert, trotꝰ des stei- genden Drucks im Schulalltag und der verkürzten Gymnasialꝰeit den Schüle- rinnen und Schülern weiterhin die Mög- lichkeit zu bieten, sich in Solch intensiver Art und Weise mit Auschwit? auseinan- derzusetzen. Martina Hörber


