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(2009) 1/2009. August 2009
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20 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer

ihre Kameradenorganisierten, um deren Leben zu retten; von Solidarität und Widerstand. Courage-eine Dimen- Sion, die niemals Zu wenig Raum erhal- ten darf.

Der Gedenkfilm refiektiert den Ver- such,den Tisch für das Gedenken an- gemessen zu decken, musikalisch ein- gebettet in die Melodien desKlang- denkmals für die Opfer des Nationalso- zialismus, unterstüt?t durch Aussagen ehemaliger Häftlinge- zu einem eil durch Berichte aus dem Frankfurter Auschwitz-Prozess, zum anderen durch eigene Audio-Aufnahmen von Stanis- law Hantz, der auch in Bild- und Video- Sequenzen erscheint. Wir sehen Bilder des heutigen Lagers, über die sich stel- lenweise entsprechende Bilder Jan Komskis legen, Originalaufnahmen und auch Aufnahmen des Ungarn-Albums. Schnell wird klar: Hier lebten und litten Menschen- Individuen. Nicht eine graue Zahlenmasse.

Das Ende des Films bildet eine Ge- denkminute. Wir betrachten auf einem langsamen visuellen Gang über die Gleise Birkenaus Portraits der auf der Rampe angekommenen Männer, Frau- en, Kinder.

Nicht ein einziges Mal kam es auch nur zu kleinsten Störungen während der Vorführung. Ich betrachte dies als Respektsbezeugung. Als herzliches An- nehmen dieser Form des Gedenkens.

Nach der Vorführung, nach derin sich gekehrten Stille beginnt der Dis- kussionsteil. Die ersten Fragen ergeben Sich- und weil wir auch hier mit Indivi- duen zusammenarbeiten, entstehen mit jedem Mal neue Situationen, ändern Sich die Themen. Viele Nachfragen höre ich zu den Themen: Umstände des La- ger-Alltags, Umgang der Häftlinge un- tereinander, die Situation der Frauen,

Kinder und Jugendlichen im Lager, Se- lektion, Tätigkeiten des Sonderkom- mandos, Sterben in den Gaskammern. Zuweilen ist beinahe zu fühlen, wie im Inneren ein gewissesAufräumen ge- Schicht. Klischees werden über Bord geworfen. Das Schicksal der Häftlinge wird nicht nur mit anderen Augen be- trachtet. Die Leichtfertigkeit, mit der bisher lockere Sprüche zu diesem The- mageklopft wurden, schwindet.

In manchen Klassen ergeben sich auf einen solchen Jag hin so viele Fra- gen, dass ich sogar nochmals Zum Infor- mationsgespräch gebeten werde. Vor allem in solchen Momenten wünschte ich, die Uberlebenden wären dabei und könnten das Interesse der Schüler mit- erleben- dasMiterleben miterleben.

Die Broschüre, die die Klassen am Ende der Veranstaltung erhalten, um- fasst 72 Seiten. Konzipiert für jugend- liche Leser enthält sie viel Anschau- ungsmaterial. In ihr wird die Arbeit der agergemeinschaft erklärt, wir finden in ihr die Geschichten derer, die ich per- sönlich kennenlernen durfte- die auch die Hauptpersonen meiner Erzählun- gen sind: Stanislaw Hantz, Kazimier? Albin, Josef Paczynski, Tadeus? Sobole- wic? und Zofia Posmysz. Wir lesen über den Alltag, die Hilfe, die sich die Gefan- genen zukommen ließen, über Maria Stromberger, über Alma Rosé. Auch Marian Kolodziej und seine beein- druckende Ausstellung findet seinen Plat?. Wir erfahren Einzelheiten über Flucht, über die Situation des Sonder- kommandos, über das Ungarn-Album.

Im Preis jeder Broschüre sind 5 Furo für die Arbeit der Lagergemeinschaft enthalten. Ein kleiner, aber doch nicht unwichtiger Beitrag für das Bewusstsein einer Klassengemeinschaft.