Heft 
(2009) 2/2009. Dezember 2009
Einzelbild herunterladen

24 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer

Häftlinge mit dem lila Winkel

Zeugen Jehovas im Konzentrationslager Auschwit?

Im Mitteilungsheft 1/2000 wurde eine DVD besprochen, die sich mit der Häft- lingsgruppe der Zeugen Jehovas beschäftigt. Ergänzend hierzu knüpft das Buch Für den Glauben in Haft-Teugen Jehovas im KI Auschwit? an. Es ist im staat- lichen Museum Auschwit?-Birkenau in Oswiecim im Jahre 2006 in deutscher und englischer Sprache erschienen, nachdem das polnische Original seit 2003 vorliegt.

Das 170 seitige Buch umfasst einen allgemeinen und erklärenden Jeil, ei nen Frinnerungsteil mit Bildern der für den Glauben in das Lager Auschwit? eingelieferten Häftlinge mit ihren per- Sönlichen Paten und einen umfangrei- chen Anhang mit Dokumenten, Zeit- zeugenberichten und

tisches Vergehen gewertet wurde.

Wie auch bei anderen Hãftlingsgrup- pen war Auschwit? für die Zeugen Jeho- vas nur eines von vielen Konzentrations- lagern, in denen sie gefangen gehalten wurden. Größere inhaftierte Gruppen gab es schon 1937 in Pachau und spãter

auch in Sachsenhau-

Brinnerungen. Das Buch ist ei- fU

nes der wenigen ⁊eucEn e

Zeugnisse über das

Schicksal der Zeugen

Jehovas, auch Bibel- forscher genannt, im Dritten Reich. Es do- kumentiert ihre Fin- lieferung und Haft in das KL Auschwitz. Da die Anzahl der betroffenen Perso- nen relativ klein war nachgewiesene 433 Zeugen Jehovas, gibt es keine umfas- sende wissenschaftliche Aufarbeitung dieses Themas. Erschwerend zur ein- deutigen Identifizierung der Bibelfor- Scher-Häftlinge kommt hinzu, dass nicht alle Zeugen Jehovas bei der PFin- lieferung in Auschwit? den für sie übli- chen lila Winkel erhielten. Fine bisher unbestimmte Anzahl registrierte man mit dem roten Winkel für politische Häftlinge, vermutlich weil ihre Ver- weigerung des Kriegsdienstes als poli-

sen, Buchenwald, Ber- gen-Belsen, Niederha- gen-Wewelsberg, Dora-Mittelbau und Ravensbrück. Das Buch knüpft daran häufig an, weil es stän- dige Verlegungen zwi- Schen den Konzentrati- onslagern und somit auch Auschwit? gab. Das Buch belegt den Pinsat? der Gefange- nen nicht nur im Stammlager von Aus- chwitz, sondern auch in Birkenau und Mono witz. Die Zahlenmäßig größte Gruppe bildeten die deutschen Zeugen Jehovas, gefolgt von den polnischen.

Das Buch beschäftigt sich mehrfach mit gut nachvollziehbaren Finzel- Schicksalen und beschreibt die Schwie- rigkeit, manchen Lebensläufen nachzu- gehen. So sind Fälle von Sterbeakten beschrieben, bei denen Personen als politische Häftlinge eingeliefert wur- den, jedoch in der Sterbeakte als Kon-