Heft 
(2009) 2/2009. Dezember 2009
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Zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus

Der Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwit?z am 27. Januar 1945 wurde 2005 per Resolution der Generalversammlung der Vereinten Nationen (VN) Zum Internationalen Holocaust-Gedenktag erklärt. In diesem Kontext lãdt die Lagergemeinschaft Auschwitz Preundeskreis der Auschwitzer in Kooperation mit dem Fachbereich Kultur der Stadt Bad Vilbel und dem Geschichtsverein Bad Vilbel für den 22. Januar zu einer Gedenkveranstaltung ein:

und vor dem Fenster Schweigt die Nacht.

Fin musikalisch-Iyrisches Mosaik mit[exten von Gertrud Kolmar und Hilda Stern Cohen

Schauspiel und Rezitation: Lilli Schwethelm Musik: Georg Crostewit?

Freitag, 22. Januar 2010, 19.30 Uhr Kulturzentrum Alte Mühle, Lohstraße 13, Bad Vilbel Der Eintritt ist frei

Niefgründig und leidenschaftlich-stolZ und melancholisch sind viele Gedichte der deutsch-jüdischen Dichterinnen Gertrud Kolmar(1804 1943) und Hilda Stern Cohen(1924 1997).

Lilli Schwethelm rezitiert und erzählt aus dem Werk von Hilda Stern Cohen. Die deutsche Sprache, in der sie einst Zzu Hause war, wird sie auf immer mit ihren Peini- gern in Verbindung bringen müssen(Genagelt ist meine Zuge an eine Sprache, die mich verflucht). Die Auschwitz- Uberlebende steht einsam und abseits menschlicher Alltagsnormalität. Ihre Lyrik verbindet das erlebte Grauen mit einer immerwähren- den Bewusstheit über die Schönheit der Natur. In ihren Zeilen verstecken und offenbaren sich größter Schmerz, feine Ironie, tiefes Mitgefühl und leiser Sarkasmus.

Als Schauspielerin verwandelt sich Lilli Schwethelm in Geschöpfe aus Gertrud Kolmars Gedichten und gibt ihnen eine sichtbare Gestalt. Der qualvollen Zeit der Verfolgung und drohenden Vernichtung steht die Weite ihrer inneren Welten gegenüber. Hier feiern die scheinbar Hässlichen ihre versteckte Schönheit. Mystische Charaktere der Finsamkeit begegnen sich. Die Stummen erheben das Wort und haben Erstaunliches zu sagen.

Mit sensiblem Gespür lässt Georg Crostewitz seine Gitarrenmusik in die Verse hineinfließen. Seine Kompositionen sind musikalische Kommentare des Mitgefühls.