Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 9
Nachtaufnahme bei Gewitter: Hier von der Rampe in Auschwitz-Birkenau aus wurde mit großer Wahrscheinlichkeit auch Max Block, Großonkel von Thomas Nowotny, selektiert
und in die Gaskammer geschickt.
den auch hier früher Sprüche, wie wir sie spãter in einer Steinbaracke sehen: „Wasser trinken verboten- Seuchen- gefahr“ oder„Verhalte dich ruhig“.
Wir gehen dann die Fisenbahn- schienen entlang über die Rampe bis zu der Stelle, wo die Selektion statt- fand. Am 12. Oktober 1944 stand hier mit 1500 anderen Menschen auch mein Großonkel Max Block, und mit großer Wahrscheinlichkeit wurde er nach links geschickt ins Gas.
Fin alter Mann in Begleitung eines jüngeren kommt auf uns zu und fragt in gebrochenem Deutsch:„War hier Selektion?“ Ja.-„Ich war hier, Juden- transport aus Ungarn, bin nur paar Wochen geblieben, vielleicht sechs, dann weiter nach Dachau. Deshalb ich habe keine Nummer“, sagt er und zeigt seine unversehrten Unterarme.
Foto: Thomas Nowotny
In einem Nebenlager wurde er 1945 befreit und ging nach Israel. Er ist Zum ersten Mal wieder in Auschwit? seit- her, um seinem Sohn alles zu zeigen. Sein Weg führte damals nach rechts durch ein stacheldrahtumwickeltes HolZtor, wie sie überall einzelne Lage- rabschnitte miteinander verbanden, die durch die bekannten starkstrom- haltigen Stacheldraht?äune voneinan- der getrennt waren. Wir gehen jetzt den anderen Weg, Zu einem der ge- sprengten und Zerfallenen Komplexe, die alle sehr ähnlich waren und aus Muskleideraum, Gaskammer und Kre- matorium bestanden. Dahinter ein Sumpfloch, in das ein Teil der Asche aus den Krematorien geschüttet wor- den war. Die Uberreste der Ermorde- ten sind hier überall:„Die weißen Stückchen auf dem Boden“, sagt unse-


