8 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer
Ein Grab in den Wolken
Auf den Spuren meines ermordeten Großonkels Von Dr. Thomas Nowotny
Im Mni 2006 fuhr ich mit der Lagergemeinschaft Ausch wilz auf eine flinftãgi- ge Sudienreise mit dem Arbeitstitel, Eine Anndherung an die Oyte des Jerroys und der Vernichtung im KI. Auschwitz, begleitet von Uherlebenden“ Ich bin tief be⸗ eindruckt von den Begegnungen mit den Uherlebenden Zofia Posmysz, Jozef PacznsMi, Jadeus? Sobolewicz und Kazimir Albin. Pür die Aybeit unserer Ge— Prdchspartner in der Internationalen Jugendbegegnungsstätte und in der Ge- denkstdtte habe ich den gréßten Respelt. Und doch ist es das Lager Birkenal Selbst von dem ich berichten muss, al mich Albrecht Werner-Cordt um einen Kur- zen Jext mit meinen persõnlichen EFindriicken von der Reise hittet.
An Auschwitz muiss mich niemand erinnern, auch wenn in meiner Hamilie nicht viel gesprochen wlurde liher das Schicksal meines Großonkels Max. Die Erinnerung it immer da. Has Orauen war eingraviert in mein Gehinn, vermutlich schon hevor ich als Kind den Bidband„Der gelbe Stem“ mit seinen entetzlichen Hotos durch- hlitterte. Und veil ich das alles ja schon Kenne(glaubte ich), nehme ich eyst Kurz vor der Studienfahrt Kontalct auf zur Lagergemeinschaft Alschwitz, deren Arbeit ich rasch Kennen- und schtzen lerme. S0 puradox es Klingt Diese Reise hat es mir mehr als vieles andere mõglich gemacht mich dem Leben und der Zulunft zuzuwenden.
Beim Schreiben denke ich oft an Henrk Mandelbaum. Wie gern hätte ich den letzten Uherlebenden des Sonderkommandos kennen gelernt und ihm zugehört.
Pr vturb noch wdhrend unsreres Aufenthaltes SSjährig.
16. Juni 2008:„Es war hier über- haupt nicht grün“, sagt unsere Dol- metscherin.„Alles voller Schlamm oder Staub, es war ein Sumpfgelände. Alles Gras war niedergetrampelt.“
Wir stehen im Wachzimmer hoch über Birkenau, dort wo die Züge durchfuhren zur Rampe. Vor uns eine riesige Fläche. Die Sonne scheint, als wäre alles gan? harmlos. Wir sehen Holzbaracken, die aus Fertigteilen(für Pferdeställe) von den Hãäftlingen zu- sammengebaut wurden. Einige stehen noch(vorsichtig rekonstruiert), die meisten sind bis auf Reste der gemau- erten Fundamente und Schornsteine verschwunden. Uberall zwischen den
Baracken wächst jet?t Gras. Im Hin- tergrund sind Bäume, dort sind die Uberreste der Krematorien.
Vorher bin ich schon allein durch das Tor gegangen, habe die Gleise an- gefasst und fotografiert und einen Kie- Sselstein mitgenommen. Jetzt gehen wir gemeinsam ins Lager.
Wir sehen uns einige der Holzba- racken von innen an, sie boten kaum Schut? gegen die Kälte. Grobe drei- stöckige Holzbetten, In der Sanitär- baracke war eine Latrine mit etwa 60 Löchern, die Gefangenen mussten ne- beneinander in großer Hektik ihre Notdurft verrichten, immer bedroht von Schlägen. An den Wänden stan-


