Heft 
(2008) 2/2008. Dezember 2008
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4 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer

Weg fiihrte doch- auch Schon ihrem Alt ter ⁊lfolge- gerade in die Krematorien von Auschwilz. Und Eva fuhr fort: Zli diesen Jahren triug das Verhängnis fast in gunz Europa Wehrmachtsstiefel.

Im März 1944 besetzte die Wehr- macht Ungarn. Der 20. April 10dd Kam Schnell, als wir in das Getto gepfercht wlirden. Wer Kann Sich helute vortellen, dass vein voller Lehensruum- der dumals S0 viel hetonte deusche Lebensraum, dem zZufolge das Dritte Reich die halbe Welt erohern muisste- alo, dass dieser Lehensraum lins, im Ghetto pro Pemon eine Luxusfldche von 3,5 Quadratmetern hedeliteteꝰ In Alschwitz haben wir dann gelernt, dass man auch lehen Kann, wenn die zur Verfiiglng Stehende Hche pro Peron s0 viel betrũgt wie die wei Soh⸗ len, worulif man vteht.

Die Gebärde des Dr. Mengele

Die Ankunft mit ihrer Familie in Auschwitz und die Selektion durch S8S- Arzt Dr. Mengele beschrieb Eva wie folgt:Den 7. Muli 7d, als ich nach Alschwitz-Birkenau ankam, Kann ich nicht veyrgessen. Gerude vo ist es hei allen Lagergeschwistern, die noch helite, nach mehr als 60 Jahren, duriber Sprechen ind dariber vo lange reden werden, his Sie leben- wie es wln als vie in Auschwitz ankamen. Weil mit dieser Kleinen Gehärt de, die v0 leicht wan womit mich Menge- le auf die eine Seile und alle meine Hami- lienmiglieder auf die andere winkte, mein ganzes Lehen das danach Kam wenn es auch als eine erfolgreiche Kar- riere aussh- durch mich erlebt jedoch, in widerruflich miserabel wurzellos lind Shnmhaft wlurde. Eine offene Wunde, die man nur ⁊u ertragen gewohnt wlurde, die aher nie geheilt werden Kann.

Neben den Pltern und einer kleinen

Schwester wurden rund 50 Verwandte von Fva im Laufe derEndlösung der Judenfrage ermordet. Weil ihr eine Ku- Sine sehr ähnlich sah, habe sie Mengele in Auschwit? noch gefragt, ob sie Zwil- linge seien. Als dies verneint wurde, durfte nur Eva weiterleben, weil sie jung und noch kräftig als Zwangsarbeiterin zu gebrauchen war.

Binnen 51 Tagen wurden 1944 im Sommer 430.000 ungarische Juden nach Auschwit? deportiert, 340.000 wurden Sofort vergast. Für die nicht für die Gas- kammern vorgesehen Deportierten Lh es Keine geniigende Baracken, Kein geniigendes Wassen Keine geniigende Latrinen, Keinen Schritt Konnte man, oh- ne jemanden anzustoßen, machen, und ohschon die fiünf Krematorien Jag nd Nacht in Betrieh waren, musste man se- Parut noch riesige Gräben ausgrahen, im die vergasten Leichen bei offenem Feller zu verhrennen.

Was Spürt man daraus heute? Die Schöne griine Landschaft die reine, ange- nehme Luft? Wenn ich üiher Alsch witz Birkenau Spreche vtelle ich mir von duss ich als Zuhörer im Sual vitze. Wie glalh- wlirdig fainde ich heute dus, wus mir ein Zeitzelige erzdhlꝰ

Und wenn auch Schon Bihliothelken iher Alischwitz-Birkenaut voll geschrie- hen wlurden ind wenn man immer die- Selhben Geschichten erzdhlt ist da immer ind immer die eigene Jragòdie, die sich Zwischen denselben Kulissen abgespiel hat die über den Worten brennt und an- Kagt. Und dann unterlief Eva ein be- zeichnender sprachlicherFehler, der So auch in ihrem Manuskript stehtt: AnKlagt, his der letzte Alschwitz- Vherlebende nicht stirbt.

Im Sommer 1944 wurde Eva über Buchenwald zur Zwangsarbeit nach Hessen deportiert.Am 76. Auglst