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(2008) 1/2008. August 2008
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Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer 29

denn nicht auch ich ei nen Streckenabschnitt weit auf jener Bahn- trasse, auf der 1943 der Transport gefahren war, von dem hier die Rede war? Und wie anders ergriffen mich nun im April 2008 die im Rückblick auf 1943 geschriebenen Zeilen! Mit Händen zu greifen war die Konsequen?

deutscher Ordnung, die heute wie damals ins Feld geführt wurde und wird: Pass wir inseren Vansport zu hezahlen hat- ten, genauestens auf Erfassungsbögen registriert, dumit auch das seine deut- Sche Ordnung hatte, wirkte alf ns wie ein weiterer Hoſffnungsschimmen Wer S0 ordentlich die Vorgänge reguliert, wird doch nicht..? Poch, sie konnten und sie können. Angeblichen Bestim- mungen für Sicherheit und Ordnung und dem eigenen Finan?gebaren ver- pflichtet, verlangt die DB-Führung von den Initiatoren desZugs der Brinne- rung Streckennutzungs-, Strom- und Standgebühren und verweigert den Zwischenhalt auf dem Berliner Haupt- bahnhof und anderen Bahnhöfen, von denen die Reichsbahn die Züge auf die Gleisenach Osten dirigierten. Die Organisatoren, die Viehwagen bereit- Stellten und genau wussten, welchen Zweck die Menschen-Hransporte hat- ten, für die sie kassierten, verblieben nach 1945 auf dem Posten.

Der grauende Morgen bringt Bil- der, Stimmungen, Reflexionen ans Licht, die Nachdenken und Bestürzung auslõsen: Die Schilderung der Kindheit in Ahlen, des 9. November 1938, der Verfolgung, der Sklavenarbeit in Mo-

Benjamin und Sarah Mos?kowicz mit ihren Kindern(1938)

nowitz, der Gespräche über Gott und was es heißt,Jude zu sein, und das Weiterleben mit der ewigen Frage: Warum?.

Das Erlauschen von Zwischen- tõnen, die Ahschdtzung der Bedeutung eines Wortes oder eines Begriffes geht doch nun meine ich, wenn man die Spra⸗ che hinter der Sprache veysteht, Allitera- tionen wollen mitempfunden sein, da- mit der ganze Inhalt, das ganze Gewicht des Gemeinten unmissverstndlich ist.

Imo Mos?kowicz ist nach Todes- märschen und Befreiung ein Mann des Theaters und der Oper geworden, Re- gisseur, Schauspieler, ein Mann des Wortes und der Töne und der Bilder. Bei Gustav Gründgens lernte er sein Handwerk, das ihn auch beim Verfas- sen seiner Prinnerungen geleitet hat. Notieren Sie alles, was sich da oben (auf der Bühne) tut, Zitiert er seinen Lehrmeister. Und:Lesen Sie den Text lesen Sie laut und deutlich!. Und schlieBlich:Lesen Sie das, was da steht, Zum Donnerwetter!.

Wer dies beim Lesen vonDer grauende Morgen beherzigt, wer liest, laut und deutlich, was da steht- nicht mehr und nicht weniger der wird ein