28 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer
ind Nacht. Hermann, blass und still, veysleinerte, wehrte sich auf diese Weise gegen das Uhermaß des Schmerzes. Ich weine erst helle, jetzt, da ich dieses außchreibe, die Vränen, die ich Schon damals hätte weinen Sollen. Mir ist als gähe ich durch das Außchreihen etmus Preis, das nur meinen Briüdern und mir gehört, dus unser Ureigenstes ist Unan- asthan an dem teilæuhahen eigentlich niemandem zukommt, riefe nicht die Ppflicht, Zeitzeuge zu sein, zur Uherwin- dung.
Abermals schließt sich ein Bin- Schub an. Eine Chronologie wird mir nicht gelingen, weil ein Lonsequentes Ahlauchen in die damalige Zeit eine Marter wäre, die es mir unmõglich ma- chen Könnte, die damit aus dem Unter- hewsslsein auftuuchenden tausendfa- chen Gedanken in Worte zu fasben, wil darum vemlichen, den belastenden Weg in die Vergungenheit über die Gegen- wart Zu gehen.
Prst 35 Seiten später nimmt Imo Mos?kowicz den Faden wieder auf und verknüpft den unertrãglichen Schmer? über den Verlust seiner Mutter und sei- ner Geschwister, die mit der Mutter in den Tod transportiert worden waren, und das Weinen und Versteinern seiner ihm verbliebenen zwei Brüder, die als Zwangsarbeiter einen Aufschub um ein Jahr bis Zzum eigenen Abtransport in den geplanten Tod erhalten hatten, mit den demütigenden Bildern der ver- zweifelten Ohnmacht beim Transport nach Auschwitz.
Zunehmend fassungsloser wer- dend, nahm ich den unveränderten Text erstmalig wahr, obwohl ich ihn doch zehn Jahre zuvor schon gelesen hatte: Wir richteten lns, als eyte in den Wagen Kletternd, in einer Ecke ein. Unterhalh einer Klappe, die eine Art
Henslerõfnung wan damit die Viere, die vonst hier transportiert wurden, an heißen Jagen nicht ertickten. Unser Waggon fiillte vich S0 sehn dass an ein Sich-Minlegen nicht mehr zu denken wn Als der Zig vollte und ningendwo hielt, wurden die emten menschlichen Bedirfnisse riechhar Wer den Mut hat- 1e vich in die Hosen zu Scheißen, der war gar nicht s0 Schlecht dran. Meinem Bru- der Hermann erging es da recht Sœhlimm. er hielt vich zuriick und helam wildeste Darmkrmpfe. Ichn hatte seit jangem Schon mil Sodhrennen zu lun, ind meine Verdauung war permanent in Unordnung, mir machte es nichis auus zurickzuhalten. Die Mdnner pinkelten durcn die Bodenritzen auf das Geròl der Peuschen Keichshahn. S0 falen es auch die Tiere, die in diesen Waggons in die Schlachthäuser transportiert wur— den. Die Hrauen genierten vich, v0 hilde- ten andere Frauen einen blickschitzen- den Kordon, wenn eine Sich hinhocite, m ihre Notdurft zu verrichten. Pie Degradierung nahm allerprimitivste ormen an, die ihren Tiefpunkt auf der Kampe von Auschwitz erreichte. Bei— nahe vier Jage waren wir unterwegs, die meisten vollgeschissen, elendig stin- Kend.
Als die ersten Postentirme in unser Bickſeld Kamen, vagte einer von uns, der Schon mal in Buchen wuld inhaftiert wr Konzentrationslager
Als die Waggontren sich õffneten, wlren wir Kuum ſähig, die Waggons zu verlassen. Pin Schreiendes nd schla- gendes HäftlingsKommando jagte uns auf den tief liegenden, erdigen Bahn- veig vlinkende Juden.
Diesen Text vor Augen, verdichte- ten sich die Jransporte in die Vernich- tungslager mit meiner Bahnfahrt nach Berlin zu einer Wahrnehmung: Fuhr


