30 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer
dramatisches Stück Prosa hören und schen; die einzelnen Szenen des Ge- Samttextes sprechen als zu Wort ge— kommene Frinnerungen mit dem Ie- Ser, weil sie etwas zu sagen haben. Sie fordern auf, Zwischen das Iextbuch lee- re Seiten zu legen, auf denen alles zu notieren ist, was an Vorstellungen das Gelesene hervorruft.
Im Frühjahr erhielten wir eine Mail von Imo Mos?kowicz mit dem lako- nisch zu nennenden Text: Hetzten Mienstag erwischte mich ein Schlagan- ſall der meine Sprachlicheit sehr Stark einschränkte. Fine haldige, ungefähre Vuuglichkeit ist bereits anzumerken. Wie es weiter mit mir gehen wird, das ist für den Moment nicht abzusehen. Sohald eine nennens werte Beserung eintreten wird, werde ich mich Sofort melden.
Kurz darauf, nach unseren allerherz- lichsten Wünschen, kam die angekün- digte„Meldung“: Soehen meldet das Arzteteam, dass mein Schlaganfull vbl lig geheilt sei. Glück auf, lieber Imo Mosꝰkowic?!
Alhrecht Werner Cordt
Imo Mosꝰ?kowicz. Der grauende Mor- gen. Brinnerungen. 4. überarbeitete und erweiterte Neuaufiage, Paderborn 2008. ISBN 9783897854307
Für Leser, die das geschriebene Wort hören wollen: Auf der CD mit dem Ji- tel„Immer lebe ich in diesem Missver- hältnis(ISBN 3-92343250—X) Spricht der Autor über seine Arbeit als Regisseur, während seine Hochter Pa- niela Dadieu die Abschnitte Zzu Kind-— heit und Pogrom sowie Fodesmarsch und Befreiung liest.
Die Produktion von ZyRlon B
Eine Entwicklungslinie von Dessau in Sachsen-Anhalt nach Friedberg in Hessen
„Zyklon B“ war der Handelsname von Blausäure, die seit Ende des 19. Jahrhunderts als Schädlingsbekämp- fungsmittel eingeset?zt wurde. Die Na- zis benut?ten dieses hochgiftige Gas unter Zuhilfenahme eines porösen Materialträãgers um es als Granulat in Büchsen verpackt als Massentötungs- mittel in Konzentrationslagern einzu— Set?Zen. Produziert wurde es im Krieg in der Dessauer Zuckerraffinerie.
In Dessau hat sich 1996 eine ehren- amtliche Forschungsgruppe gebildet, die sich seit Jahren intensiv mit den grausamen Geschehnissen und Hin- tergründen beschäftigt und das Buch „Zyklon B“ herausgegeben hat. Die Lagergemeinschaft Auschwit? hat das
Prscheinen mit einer größeren Geld-— Summe unterstützt.
Das Buch beschreibt einleitend die Zusammenhänge der Anteilseigner der Zyklon-B-Produzenten und deren Be- zichungen zum Nazistaat. Die bekann- testen Namen sind dabei die IG Farben und die Pegussa in Frankfurt am Main. Die I6 Farben lieferten Materialien um „feindliche“ Soldaten und Zivilisten und unschuldige Naziverfolgte zu Jode zu bringen, verdienten aber gleichzeitig auch an den Medikamenten für ver- wundete„eigene“ Soldaten. Der I6 Farben und der Pegussa gehörten unter anderem die„Degesch“, die Deutsche Gesellschaft für Schädlingsbekämp- fung. Diese wiederum war der auftrag-


