Heft 
(2008) 1/2008. August 2008
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Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer

Imo Mos?zkowicz: Der grauende Morgen Vom Wieder-Hören und Wieder-Sehen

Statt einer Buchbesprechung:

Die 1906 in 1. Auflage erschienenen Prinnerungen des ehemaligen Mono- wit?-Hãftlings Imo Mos?kowic? hatte ich gelesen, unmittelbar nachdem er im Oktober 1998 bei einemTreffen der Uberlebenden von IG Auschwitz die nach Frankfurt am Main Gekomme- nen mit einer eindrücklichen Rede be- grüßt hatte.*

Imo Mos?Zkowicz ist Mitglied der ILGA sowie des Rats der Uberleben- den des Holocaust im Frit?z Bauer In- Stitut, das 1908 in jenem Gebäude- un- terdessen von der Goethe-Universität genut?t- das Ireffen organisierte, in dem der I6 Farben-Konzern seine mörderischen Buna-Planungen betrie- ben hatte. Dazu aus dem Redetext: Durcn Namensdinderung und neuen Verwendungs? weck dieser 760 Furhen- Verwultung hier wird- gewollt oder nicht gewollt- ihre menschenbeherr- Schende und menschen veruchtende Poilion in der Nazizeit, die unser aller Lehen So Schwer belastet, vor der Histo- rie verschleiert. Zur Begründung hatte es Zuvor geheißen: Al Bundahdftlinge alterten wir vor der Zeit einer Mgend heraubi die wir noch gar nicht gewon- nen halten, weil die 70 Farben dring lichst Arheiler für ein Werk brauchte, das dem Hiller helfen vollte veine Siege z Sahilisieren, deren wichtigstes die Vernichtung von uins Mden wun Und man nlulzte uns volunge unsere Könpert liche Kraft reichte, ließ aher diejenigen unter lins, die den Strapazen veelischer nd Köperlicher Ayt nicht mehr ge- wachksen waren, in die GasKammern ah

Eindrücke beim Wiederlesen

ſiihren, weil vie flr diesen kriegerischen Zweck nicht mehr augten.

Wenige Monate nach dem Ireffen, auf dem ich diese Worte gehört hatte, lernte ich Imo Mos?Zkowicz in Otto brunn bei München, wo er wohnt, per- Sönlich kennen.

Der grauende Morgen- so der Ti- tel der Lebenserinnerungenist unter- dessen in 4. Auflage, überarbeitet und erweitert, im mentis Verlag Paderborn 2008 neu aufgelegt worden. Als ich das Buch in Händen hielt, war es, trotz der Anderungen in Format, Satz und Jitel- blatt, ein Wiedersehen mit einem ver- trauten Iext und Autor, dessen Stimme ich beim Lesen zu hören meinte, und die Zugesagte Buchbesprechung wür- de, So schien es mir, leicht von der Hand gehen. Doch nicht nur Bücher haben ihr Schicksal. Auch Rezensenten. Denn bevor die unter gedanklichem Rück griff auf die Zzehn Jahre zurückliegen- den Pindrücke konzipierte Bespre- chung, nach kurzem Vergleich?wischen Prst- und Neufassung des Textes, von mir abgeschlossen werden konnte, kam terminlich eine Bahnfahrt nach Berlin dazwischen. Dort sollte der in die Ver- nichtungslager deportierten Kinder ge- dacht und gegen die Deutsche Bahn demonstriert werden, die denZug der Prinnerung mit skandalösen Mitteln zu be- und verhindern sucht.

Bequem in der Bahn sitzend, blät- terte ich in den mitgenommenen Büchern und blieb nicht zufällig an je- nen Passagen hängen, in denen Imo Mos?kOwic? von derDeportation sei-

* Diese Begrüßung dokumentierten wir in Heft 1/1900 unseres Mitteilungsblatts.