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(2008) 1/2008. August 2008
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24 Lagergemeinschaft Auschwitz-Freundeskreis der Auschwitzer

LAGERGEMENSCHAFT AUDSCHWTZ

AUSCEHMWAE FREUNDESKRkEIS DERR AUSCHWITZER An den Vorstand der 26. März 2008 Deutschen Bahn A6 Potsdamer Platz 2 nachrichtlich 10785 Berlin an das Bundesverkehrsministerium

Sehr geehrter Herr Dr. Mehdorn, Sehr geehrte Damen und Herren des Vorstands der Deutschen Bahn A6,

mit großer Fassungslosigkeit beobachten wir, dass der Vorstand der Deut- Schen Bahn sich weiterhin weigert, der InitiativeZug der Brinnerung die Iras- sen- und Stationsgebühren zu erlassen.

Die Lagergemeinschaft Auschwit?- Freundeskreis der Auschwit?er fordert Sie, Herr Mehdorn und den gesamten Vorstand der Bahn auf dem Vorschlag der ver- kehrspolitischen Sprecher und Sprecherinnen der Bundestagsfraktionen zu folgen und dafür zu sorgen dass der InitiativeZug der Brinnerung die Trassen- und Sta- tionsgebühren erlassen bzw. als Spende erstattet werden. Sie sollten sich bewusst Sein, dass Ihr Verhalten von den NS-Opfern sowie deren Angehörigen und Nach- kommen als neuerliche Demütigung, Erniedrigung und Verhöhnung ihres Schick- Sals aufgefasst wird.

Uneinsichtig stellen Sie sich gegen die vielfach und quer durch die politischen Parteien und gesellschaftlichen Gruppen geäußerte Kritik, dass sich die Bahn A6i respekt- und würdelos ihrer historischen und gesellschaftlichen Verantwor- tung entzicht. Unbestritten ist, dass während der nationalsozialistischen Schreckensherrschaft auf dem Schienennetz der Reichsbahn und mit deren Wag- gons die Opfer des Holocausts nach Auschwitz und in andere Vernichtungslager transportiert wurden. Zum Gedenken an diese NS-Opfer werden in der Ausstel- lung in den Fisenbahnwagen desZuges der Brinnerung beispielhafte Finzel- Schicksale dokumentiert. Bereits mehr als 100.000 Besucher- insbesondere Schulklassen und Jugendgruppen- haben diese Ausstellung besucht.

Als vorbildlicheshistorisch-pädagogisches Projekt wurde die Initiative unter anderem in einem gemeinsamen Schreiben der verkehrspolitischen Sprecher/in- nen aller im Bundestag vertretenen Fraktionen gewürdigt und alseinmalige In- itiative bezeichnet. Hervorgehoben wurden dasgroße bürgerschaftliche Enga- gement und die privaten Spenden, mit denen dieses Projekt verwirklicht wird. Dieses Schreiben vom 15. Januar war an Sie, Herr Mehdorn, gerichtet, weil die DB Net? AG als Tochter der Holding der Deutschen Bahn A6 es ablehnt, der Initiati- ve die Gebühren für die Nutzung der Schienentrassen, der Stationsaufenthalte so- wie der Stromanschlüsse auf den Bahnhöfen zu erlassen- insgesamt summieren sich diese Gebühren nach neusten Kalkulationen auf mehr als 100.000 Euro.

Mit jedem Tag, an dem Sie sich weigern, diesem Vorschlag zu folgen, verhöh- nen Sie die Opfer des Nationalsozialismus aufs Neue. Dies ist nicht nur